Studie: Immobilien im Kreis verlieren an Wert

Waldeck-Frankenberg. Jedes Jahr erstellt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) für die Postbank den sogenannten Wohnatlas. Kaufpreisprognosen für Wohnimmobilien für alle 402 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte werden darin ermittelt. Waldeck-Frankenberg landet auf Platz 284 mit einer Gesamtwachstumsprognose von jährlich -0,69 Prozent.

„Das heißt, es ist mit einem Wertverlust zu rechnen“, sagt Ralf Palm, Sprecher der Postbank. Frank Mause, Leiter der Amts für Bodenmanagement in Korbach, sieht die Studie allerdings durchaus skeptisch. 

In mehr als der Hälfte der Landkreise könnten Haus- und Wohnungsbesitzer davon ausgehen, dass der Wert ihrer Immobilie bis 2030 stabil bleibt oder sogar weiter zulegt. Das ist das Ergebnis der Postbank-Untersuchung. Für den heimischen Landkreis sehen die Prognosen mau aus, die jährlichen Wachstumsraten liegen laut Studie im Minus-Bereich. Demnach werden die Preise pro Quadratmeter um 0,69 Prozent sinken, das Wohnangebot pro Quadratmeter um 0,15, die Ausgaben für Wohnen um 0,84 und das verfügbare Einkommen um 0,90 Prozent. 

Dass eine Prognose bis ins Jahr 2030 erstellt wurde, hält Frank Mause für fragwürdig. Außerdem sei die Studie sicher nicht absichtsarm. „Die Postbank lebt von der Vergabe von Krediten. Es ist anzunehmen, dass nur Studien, die in ihr Konzept passen, veröffentlicht werden.“ 

Im aktuellen Immobilienmarktbericht für den Landkreis, der bald veröffentlicht wird, stellt sich die Lage deutlich besser dar: Für fast 230 Millionen Euro haben im vergangenen Jahr Immobilien den Besitzer gewechselt. „Das ist ein Allzeithoch“, sagt Mause. Im Jahr davor waren es noch 40 Millionen Euro weniger. Der Durchschnittspreis für ein Ein- oder Zweifamilienhaus habe mit 117.000 Euro einen Spitzenwert erreicht.

Mehr zum Thema, unter anderen zu den Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt im Landkreis, lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe.

Rubriklistenbild: © dpa

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