Unternehmen entlassen Mitarbeiter - RKH wird ganz aufgelöst

Buslinien ausgeschrieben: Waldeck-Frankenberger Busbetriebe ziehen sich zurück

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Aus für die roten Busse: Die Bahntochter RKH wird komplett aufgelöst.

Waldeck-Frankenberg. Einige kleinere Busunternehmen aus dem Landkreis scheiden zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 aus dem öffentlichen Personennahverkehr aus.

Unternehmen wie Küster aus Grüsen und Grebe aus Goddelsheim, die mehr als 50 Jahre lang Kinder und Jugendliche in die Schule gefahren haben, sind dann nicht mehr im Schülerverkehr tätig und entlassen Mitarbeiter. Grund: Bei der europaweiten turnusmäßigen Neuausschreibung eines Linienbündels im Raum Frankenberg hat die ALV Oberhessen (Marburg), eine Bietergemeinschaft aus privaten mittelhessischen Busunternehmen, den Zuschlag erhalten. 

Sie fährt künftig die vier regionalen Linien aus Hatzfeld/Hallenberg, Medebach, Bad Wildungen und Gemünden nach Frankenberg, inklusive der begleitenden Schulverkehre. Das teilte der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) auf Anfrage mit.

Die ALV betreibt bereits seit 2012 die Linien im nördlichen Landkreis in den Bündeln Diemelsee/Upland und Bad Arolsen/Volkmarsen mit 30 Fahrzeugen und bedient damit künftig die meisten Buslinien im Kreis, gefolgt vom städtischen Bad Wildunger Busunternehmen BKW. Die Deutsche Bahn (DB), einst größter Anbieter im Busbereich im Landkreis, spielt kaum noch eine Rolle. 

Die Bahntochter Regionalverkehr Kurhessen (RKH) stellt Ende 2016 den Betrieb ein. Die neue DB-Tochter Busverkehr Hessen (BVH), die sich bei Wettbewerben um Konzessionen für Buslinien besser als die RKH behaupten kann, weil sie ihre Mitarbeiter nicht nach Bahn-Tarif bezahlen muss, kam bei der Ausschreibung im Raum Frankenberg nicht zum Zug. 

Für den NVV stellt die Neuausschreibung „eine erhebliche Verbesserung“ dar. In den Schulen gibt es allerdings Befürchtungen, dass die bisherige Flexibilität der heimischen Unternehmen nicht mehr gegeben sein wird.

Von Martina Biedenbach

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