Chor und Schüler proben für Kinderoper mit Botschaft

Das „Opern-Ensemble“ bei der Probe für das Stück Brundibár in der Alten Schule: die Mädchen und Jungen des Evangelischen Kinder- und Jugendchores mit Eberhard Jung und Thomas Schwill (rechts). Fotos: Zecher-Christ

Korbach. „Brundibár“ heißt die Kinderoper des in Auschwitz ermordeten Hans Krása. Der Evangelische Kinder- und Jugendchor und Viertklässler der Berliner Schule führen das Stück auf.

Fröhlicher Gesang dringt am Sonntag aus der Alten Schule Lelbach. Es war die erste Probe des evangelischen Kinderchores Korbach für die Kinderoper „Brundibár“ oder: „Weil die Freiheit nur geliehen ist“. Sie stammt vom Prager Komponisten Hans Krása, der 1944 in Auschwitz ermordet wurde.

73 Jahre nach der Uraufführung in einem jüdischen Prager Waisenhaus bringen der Evangelische Kinder- und Jugendchor Korbach und die Viertklässler der Berliner Schule das Werk am 14. und 15. März auf die Bühne der Korbacher Nikolaikirche. Die Melodien werden vom „Orchester im Treppenhaus“ Hannover gespielt. Die Gesamtleitung hat Stadtkantor Eberhard Jung.

„Dieses Stück entstand in einer Zeit, in der die Nationalsozialisten die Macht ergriffen“, sagt Jung. Komponist Hans Krása wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert. „Er hat aus dem Kopf seine Partitur aufgeschrieben, nach vorhandenen Möglichkeiten umgeschrieben und mit den inhaftierten Kindern über 50 Mal aufgeführt.“

„Für die Kinder in Theresienstadt war das ein großer Moment der Hoffnung, dass sie überhaupt die Möglichkeit hatten, in so einem Stück mitzuspielen“, betont Thomas Schwill. Jeden Tag seien Erwachsene und Kinder nach Auschwitz deportiert und umgebracht worden, so dass ständig Rollen umbesetzt werden mussten.

Aktuelle Bezüge

Die Botschaft des Stücks ist gerade in letzter Zeit brandaktuell. „In Gesellschaft und Politik ist ganz viel Unruhe“, sagt Jung und nennt als Beispiele Themen wie Ausländerfeindlichkeit, Flüchtlingszuwanderung, Pegida und Terroranschläge. „Nur mit Freundschaft und Akzeptanz können wir in Frieden leben.“

Von Nadja Zecher-Christ

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