Familie Müller pflegt einen ungewöhnlichen Brauch zu Heiligabend

Christbaum für die Tiere

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Eine ganz besondere Feier an Heiligabend organisiert die Familie Müller, Betreiberin des Camping- und Ferienparks Teichmann in Herzhausen: Sie schmückt einen Baum für die Tiere im Wald.

Herzhausen. Während an Heiligabend viele Menschen in einer Kirche Gottesdienst feiern, lädt Familie Müller zu einer Feier im Freien ein: in den Wald, zu den Tieren. Doch auch dort wird es festlich, mit Geschichten, Musik und einem ganz besonderen Weihnachtsbaum. Einem für Tiere.

Die Betreiber des Campinplatzes in Herzhausen nehmen am 24. Dezember ihre Gäste mit, und zwar an den Rand des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Wenn Schnee liegt, fahren manche mit dem Schlitten. Andere sind in den vergangenen Jahren auf Ponys mitgeritten, erzählt Ursula Müller. Was als kleiner Brauch der Familie vor 30 Jahren begann, ist jetzt Tradition für die Campingplatz-Besucher an Weihnachten: „Wir schmücken einen Baum für die Tiere.“

Heu als Lametta

Es gibt Heu als Lametta, Möhren, Kartoffeln, Äpfel, Meisenringe und andere Leckereien für die Tiere, die dort leben. Wenn die Müllers an den darauffolgenden Tagen nachgeschaut haben, war das Futter oft aufgefressen.

„Die Idee ist uns gekommen, als unsere Kinder noch zu klein waren, um den Gottesdienst in der Kirche einigermaßen ruhig zu verfolgen und wir nicht den ganzen Nachmittag vor der Bescherung mit ihnen im Haus verbringen wollten“, sagt Ursula Müller. Der Familie gefiel dies so gut, dass es eine Tradition geworden ist. Seit 15 Jahren lädt sie auch ihre Gäste dazu ein.

Los geht es jedes Mal um 16 Uhr. „Dann ist es noch hell genug zum Baumschmücken und dunkel genug, wenn wir nach dem Flötespielen, Singen und Geschichte mit langen Wunderkerzen rund um den Baum stehen.“

Mit vielen Gästen

Etwa 30 Menschen nehmen jedes Jahr im Durchschnitt teil, die meisten sind Besucher des Platzes. Einige seien alleinstehend und hätten am Heiligen Abend somit eine Gelegenheit, mit anderen zusammen zu sein.

Das Ehepaar Rudolf und Ursula Müller, ihre drei Kinder und Mitarbeiter des Campingplatzes legen viel Wert auf eine gemütliche Stimmung. „Die Leute kriegen Plätzchen, Rudi liest eine Geschichte vor, und am Ende spielt er mit der Trompete ,Oh du Fröhliche’“, berichtet Ursula Müller.

Dann wandern alle mit ihren Fackeln zurück zum Campingplatz.

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