Reifenwerk in Korbach

Continental investiert weiter: Neue Maschine für zehn Millionen Euro

+
Continental in Korbach: Der Konzern investiert auch 2020 in den Standort. Außerdem sind die Korbacher an der Entwicklung neuer Reifen für verschiedene Marken beteiligt.

Continental investiert auch 2020 in den Standort Korbach: Schwerpunkt ist der neue Textilkalander inklusive eines neuen Gebäudes. 

Korbach – Der Konzern hat außerdem eine neue Endinspektion für Pkw-Reifen für knapp 15 Millionen Euro gebaut.

Im sogenannten Kalander wird die Textilcord-Einlage mit einer dünnen Kautschukschicht ummantelt. Der Schnitt erfolgt so, dass der Fadenverlauf später im Reifen quer zur Fahrtrichtung – also radial – verläuft. Die Textilcord-Einlage fesselt den Innendruck und hält den Reifen in Form. Der Kalander ist eine der größten und teuersten Maschinen in der Reifenherstellung. Rund zehn Millionen Euro investiert Conti.

Schon fertiggestellt ist der Neubau der Endinspektion für die Qualitätskontrolle der Pkw-Reifen mit neuesten Technologien der individuellen Prüfverfahren, wie Unternehmenssprecherin Aysenur Yildirim auf WLZ-Nachfrage erklärte.

„In den vergangenen Jahren haben wir erhebliche Investitionen im gesamten Reifenbereich – Pkw-, Zweirad- und Industriereifen – vorgenommen und neue Technologien etabliert. Das werden wir in 2020 fortführen und weitere Schwerpunkte im Bereich Qualitätsverbesserung und Effizienzsteigerung setzen. Damit wollen wir unseren Anspruch auf Technologieführerschaft unterstreichen“, sagte Werkleiter Lothar Salokat.

Der Konzern will für die Hauptmarke Continental sowie für die Marken Uniroyal und Semperit neue Sommer- und Winterreifen auf den Markt bringen. „Diese Entwicklung wird auch durch den Versuchsreifenbau aus Korbach unterstützt“, sagt Salokat. Zudem arbeiten die Korbacher laut Salokat weiter an der Entwicklung der nordischen Winterreifen sowie der UHP-Reifen, auch mit Schwerpunkten im High Performance Technology Center (HPTC).

Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage der Branche angespannt: Die Automobilindustrie sieht sich derzeit weltweit einem stark rückläufigen Marktumfeld ausgesetzt. Dies beeinflusse auch die Nachfrage nach Pkw-Reifen und Kfz-Schläuchen, sagte Conti-Sprecherin Yildirim. Der Konzern reagiert darauf mit dem Strukturprogramm „Transformation 2019 – 2029“. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gestärkt und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden.

Verbunden ist damit aber auch weltweit ein Abbau von Arbeitsplätzen und Werksschließungen. Für Korbach blickt Werkleiter Lothar Salokat aber zuversichtlich auf: „Unser Werk ist durch die hohe Flexibilität sowie Professionalität und Motivation unserer Mitarbeiter sehr gut aufgestellt, um künftige Herausforderungen zu meistern. Wir werden weiter die Qualifizierung unserer Mitarbeiter in den Vordergrund stellen und forcieren. Damit können wir den Standort Korbach als ein wichtiges Element im internationalen Werksverbund unterstreichen.“

Stärker als in der Reifenproduktion sind die Veränderungen in der Automobilindustrie bei ContiTech spürbar. „An unserem Standort haben wir die notwendigen Schritte eingeleitet, um auf die Entwicklungen unserer Kunden in dem Bereich vorbereitet zu sein“, so Frank Kriechel, Geschäftsführer und in Korbach verantwortlich für die Produktion der Schläuche. Das Unternehmen hat vorsorglich Kurzarbeit angemeldet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.