Die Masche nennt sich "Autobahngold"

Betrüger versuchten in Diemelsee, hilfsbereite Autofahrer abzuzocken

Diemelsee-Adorf. Tank leer, Kreditkarte kaputt und man brauche dringend Geld für die Weiterfahrt: Mit der altbekannte Masche unter dem Namen "Autobahngold" versuchen derzeit Betrüger in der Region unter Vortäuschung falscher Tatsachen Bargeld von hilfsbereiten Autofahrern zu erbetteln.

Es sieht aus wie eine Panne: Ein alter Kombi mit rumänischen Kennzeichen steht am Dienstagmittag am Straßenrand knapp einen Kilometer hinter dem Ortsausgang Adorf Richtung Vasbeck. Ein junges Paar winkt die vorbeifahrenden Autofahrer heran. Der Tank sei leer, die Kreditkarte kaputt, er brauche dringend Geld für die Fahrt zur Arbeit nach Kassel, sagt der Mann in gebrochenem Deutsch: „Haben Sie doch ein Herz für eine Familie.“ Die Frau im Hintergrund schaut traurig. 

Das sagt die Polizei

Volker König, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, kennt die Masche: „Man nennt es Autobahngold oder Straßengold“, erklärt er im Gespräch mit der WLZ. Der Trick ist alt, funktioniert aber immer wieder: Die Betrüger täuschen eine Panne vor, um sich Bares von hilfsbereiten Autofahrern zu ergaunern. „Sie bitten um Geld für Sprit oder Reparaturen“, sagt König. 

Fällt der Helfer auf den Trick herein, soll ihm so viel Geld wie möglich abgeknöpft werden. Als Pfand oder Dank werden häufig Ringe, Uhren oder anderer Schmuck angeboten, der sich im Nachhinein als wertlos erweisen – daher der Name „Autobahngold“. Auf diese Weise erbeuten die Betrüger oft schnell 100 oder 150 Euro. Dabei handelt es sich um Betrug, da das Geld unter Vorspiegelung einer angeblichen Notsituation erbettelt wurde. 

Doch wie verhält sich ein Autofahrer oder Passant, wenn er auf diese Wiese um Hilfe gefragt wird? „Man sollte diesen Leuten anbieten, die Polizei zur Hilfeleistung zu rufen“, sagt König. Dann nämlich ist das Fahrzeug nämlich plötzlich schnell wieder funktionsfähig. Auf keinen Fall sollten solche Leute zur Bank oder zur Tankstelle mitgenommen werden. „Wer Zeuge eines solchen Betrugsversuchs ist, sollte sofort die Polizei verständigen und sich das Kennzeichen notieren“, so der Polizeisprecher.

Rubriklistenbild: © Polizeipräsidium Nordhessen/pr

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