Hilfe für Patienten soll vereinfacht werden

Gesundheitszentrum Willingen-Diemelsee wird mit 250.000 Euro gefördert

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Stellen die Ideen für das Gesundheitszentrum Willingen-Diemelsee vor (v. l.): Friedhelm Sarge (stellvertretender Leiter des Fachdiensts Gesundheit), Jens Deutschendorf, Katharina Kappelhoff, Dr. Dirk Bender, Waltraud Rebbe-Meyer und Dr. Reinhard Kubat.

Willingen/Diemelsee. Mit 250.000 Euro fördert die Robert-Bosch-Stiftung Planung und Einrichtung eines Gesundheitszentrums in der Region Willingen-Diemelsee.

Dabei sollen die schon bestehenden Einrichtungen in Pflege und Medizin besser verknüpft, die Präventionsarbeit gestärkt und die Patienten besser eingebunden werden, erklärt Katharina Kappelhoff, Koordinatorin des Projekts.

Die Stiftung fördert „Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“, kurz PORT. Ärzte, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte, Therapeuten und Ehrenamtliche sollen dabei enger miteinander zusammenarbeiten. Das soll die Grundversorgung sichern, besonders chronisch oder mehrfach erkrankte Menschen profitieren. Wie das konkret umgesetzt wird, plant eine Steuerungsgruppe, ab Herbst sollen Ideen umgesetzt werden.

Zentral ist die Vernetzung, etwa in Form der elektronischen Patientenakte: Die Dokumente des Hausarztes sollen etwa im Krankenhaus gleich greifbar sein. „Dass das noch nicht gegeben ist, erleben wir täglich“, erklärt Waltraud Rebbe-Meyer vom Willinger Pflegehotel: „Die Patienten sind schneller bei uns als Informationen über sie.“

Ein Problem sei, dass verschiedene Ärzte und Gesundheitsdienstleister ihre Daten auf verschiedenen Systemen pflegen, erklärt Katharina Kappelhoff. Diese zu vereinheitlichen, sei unrealistisch. Die Beteiligten sollen aber Zugang zu den Systemen der anderen erhalten.

Die Patienten selbst könnten ihre Akte in Form einer App mit sich tragen und somit schnell verfügbar machen, erklärt der Willinger Arzt Dr. Dirk Bender. Die Daten immer selber zur Hand zu haben sei „ein wichtiges Hilfsmittel, dass Patienten sich aktiver und eigenverantwortlich beteiligen können“, erklärt Annette Brüggemann, Leiterin des Fachdiensts Gesundheit in Korbach.

Unterstützung für Konzeptarbeit

Das PORT-Projekt in Willingen und Diemelsee ist eines von fünf, die die Robert-Bosch-Stiftung fördert - es gab rund 60 Bewerbungen. Konzeptarbeiten im Rahmen des Kreisprogramms "Gesundheit schafft Zukunft" unterstützte sie bereits mit 50.000 Euro. Das PORT-Projekt besteht neben den vier Gesundheitsregionen im Kreis, in denen bereits Kommunen zusammenarbeiten.

Zur Steuerungsgruppe gehören Vertreter des Fachdiensts Gesundheit, der Gemeinden Willingen und Diemelsee, einer Beratungsagentur, der Goethe-Uni Frankfurt sowie Akteuren aus Pflege und Medizin und der Erste Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf. (wf/r)

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