Rehkitz beim Mähen verletzt: Polizei ermittelt gegen Landwirt

Halten sich oft in Wiesen auf: Rehkitze, wie auf diesem Symbolbild, sind deshalb immer mal wieder beim Mähen verletzt oder gar getötet. Foto:  dpa

Diemelsee. Beim Mähen auf einem Feld in der Gemarkung Flechtdorf ist am Dienstag ein Rehkitz schwer verletzt worden. Wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt die Polizei nun gegen den Landwirt.

Ein Autofahrer hatte das Tier entdeckt und die Polizei informiert. Ein Jäger erlöste das Kitz schließlich von seinen Qualen.

Die Polizei weist auf Gerichtsentscheidungen hin, die besagen, dass vor den Mäharbeiten der örtliche Jagdpächter zu informieren ist. Das Mähland soll durchstreift werden, um Rehkitze rechtzeitig aufzuschrecken.

Wie berichtet, drohen Landwirten ansonsten erhebliche Konsequenzen: Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm aus Rohheit erhebliche Schmerzen zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldbuße be-straft. So steht es im Paragraphen 17 des deutschen Tierschutzgesetzes.

Ein Landwirt, der sich weder mit Jägern abstimme, noch eigene Maßnahmen gegen den Mähtod der Kitze ergreife, nehme billigend in Kauf, dass er während des Mähvorgangs im Gras abgelegte Kitze töte, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Waldeck-Frankenberg. In diesem Fall sprechen Juristen von „bedingtem Vorsatz“. Der bedingte Vorsatz reiche für Strafbarkeit nach dem Tierschutzgesetz.

„Wo es geht“ sollten Landwirte ihre Wiesen von innen nach außen mähen, empfiehlt das Veterinäramt. Dadurch hätten die Tiere eine Chance, vor den landwirtschaftlichen Schleppern auf Nachbarflächen zu flüchten.

„Das funktioniert aber nur bei älteren Kitzen. In den ersten 14 Tagen nach der Geburt bleiben die Jungen liegen“, sagt Matthias Eckel, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. Sich klein zu machen, sei ein Schutzmechanismus, der sich in der Evolution durchaus bewährt habe - bis zur Erfindung des Kreiselmähers.

Direkten Kontakt mit den Rehkitzen gilt es zu vermeiden. „Man sollte Rehkitze nur mit einem Büschel Gras oder Gummihandschuhen anfassen“, rät Matthias Eckel.

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