Windkraft bewegt Gemüter in der Gemeinde Diemelsee

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Diemelsee. Der Regionalplan-Entwurf sieht neue Vorrangflächen für Windräder in der Großgemeinde vor. Nun wird eine Sondersitzung und eine Abstimmung mit Korbach für notwendig erachtet.

Das Thema Windkraft bewegt die Gemüter auch in Diemelsee weiterhin. Landschaftsplaner Detlef Schmidt stellte den Gemeindevertretern den neuen Entwurf des Regionalplans Energie vor. Einige Suchräume sind weggefallen, dafür gibt es darin neue Vorrangflächen auf Diemelseer Gebiet.

Die umstrittene Fläche bei Rhenegge, wo etwa ein Dutzend Anlagen errichtet werden sollten, werde vom Regierungspräsidium vorerst nicht weiter verfolgt, sagte Schmidt in der Sitzung am Freitagabend in Vasbeck. Der gesamte westliche Gemeindebereich solle frei bleiben von Wind-Vorrangflächen.

Neue Anlagen könnten nördlich von Adorf und bei Vasbeck gebaut werden, sagte Schmidt. Neu ausgewiesen wurde in dem Regionalplan eine Fläche zwischen Flechtdorf, Lelbach und Rhena. Bisher verhinderte das Wetterradar bei Flechtdorf dort Anlagen. Aber offensichtlich gibt es Investoren, die auf ihre Kosten das Radar des Deutschen Wetterdienstes in den Kellerwald versetzen wollen. Damit könnten auch westlich von Flechtdorf neue Windräder errichtet werden.

Ablehnung in Marsberg

Jutta Franke (SPD) wies auf die Planungen im Raum Marsberg hin. Dort habe das Regierungspräsidium Arnsberg Flächen ausgewiesen, die aber das Marsberger Stadtparlament abgelehnt habe. Sollte dort gebaut werden, würde das vor allem Vasbeck erheblich belasten.

Robert Erlemann (FWG) erinnerte daran, dass die Diemelseer Gemeindevertretung mehrheitlich den Bau neuer Anlagen abgelehnt habe. Er befürchtet eine „Umzingelung“ durch die Anlagen auf hessischer und nordrhein-westfälischer Seite.

Auf Wunsch des Gemeindevorstands zeigte Schmidt Karte mit derzeitigen und möglichen künftigen Windkraftstandorten rund um Diemelsee - auch mit Anlagen in Nordrhein-Westfalen. Meinung im Parlament angesichts der Menge an möglichen Anlagen: Die Planung solle kreis- und länderübergreifend erfolgen. Das sah auch Bürgermeister Volker Becker so. Sein Eindruck sei aber, dass die Regierungspräsidien in Kassel und Arnsberg nicht zusammenarbeiten. Die Planungen hörten jeweils an der Ländergrenze auf.

Sondersitzung

Landschaftsplaner Schmidt empfahl wegen der Fläche bei Flechtdorf eine enge Abstimmung mit Korbach. Bürgermeister Becker kündigte für Anfang 2015 eine Informationsveranstaltung zum Thema an. Damit Einspruchsfristen für die Auslegung des Energie-Regionalplans eingehalten werden können, sprach Parlamentschefin Hannelore Behle von einer Sondersitzung der Gemeindevertreter zum Thema Windkraft. (ber)

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