Fahrer im Schockzustand

Unfall auf der A44: Mann fährt eingeklemmt und schwer verletzt weiter

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Trotz schwerer Verletzungen und einer zerstörten Kabine ist der darin eingeklemmte Lkw-Fahrer nach einem Auffahrunfall auf der A44 am Samstag noch 1,5 Kilometer weiter gefahren.

Erst dann hielten er und der zweite beteiligte Lastwagen auf einer gesperrten Spur in einer Baustelle an. Dort befreiten Feuerwehrleute den Mann aus Tschechien.

Nach Auskunft der Autobahnpolizei waren der Tscheche und ein bulgarischer Lkw-Fahrer in ihren Sattelzügen am frühen Morgen gegen 4 Uhr hintereinander auf der A44 aus Richtung Dortmund kommend in Richtung Kassel unterwegs. Zwischen den Anschlussstellen Lichtenau und Marsberg fuhr der hintere Trucker dem Vordermann auf. Dabei stieß der hintere Fahrer mit der Beifahrerseite gegen die linke hintere Ecke des Sattelaufliegers vor ihm.

Während am Auflieger des Vordermanns lediglich Schrammen und einige kleinere Beschädigungen entstanden, wurde die Fahrerkabine des auffahrenden Lastwagens völlig zerstört. Der Tscheche wurde schwer verletzt im Fahrzeug eingeklemmt, dennoch fuhr der Mann noch gut eineinhalb Kilometer durch die Baustelle an der Diemelbrücke weiter - einerseits offenbar im Schockzustand, andererseits aber auch, weil der Vordermann weiterfuhr. Mit Lichthupe habe der Schwerverletzte dem Vordermann signalisiert, dass er stoppen solle. Direkt auf der Diemelbrücke, an der momentan Sanierungsarbeiten durchgeführt werden und ein Teil der Fahrbahn gesperrt ist, hielten die beiden Sattelzüge schließlich an.

Der Bad Arolser Notarzt und die Besatzung eines DRK-Rettungswagens aus der Residenzstadt rückten auf die Autobahn aus, ebenso die Feuerwehren aus Rhoden und Wrexen. Unter der Leitung von Achim Wienroth, stellvertretender Wehrführer von Rhoden, befreiten die etwa 25 Einsatzkräfte den eingeklemmten Lkw-Fahrer mit hydraulischen Geräte aus der Kabine. Die Rettungskräfte versorgten den Verletzten im RTW, bevor sie ihn nach Bad Arolsen ins Krankenhaus einlieferten. Der andere Lkw-Fahrer setzte seine Fahrt nach der Unfallaufnahme durch die Autobahnpolizei fort.

Weil sowohl die am Unfall beteiligten Lastwagen als auch sämtliche Fahrzeuge von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr auf dem abgesperrten Teil der Autobahn standen, floss der Verkehr auf der A44 ohne Einschränkungen weiter. Den Schaden schätzte einer der Polizeibeamten auf 50.000 Euro.

Quelle: www.112-magazin.de

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