Windkraft in der Region

Sechs Bürgerinitiativen schließen sich zu einem Bündnis zusammen

Mit Transparenten gegen die übermäßige Zerstörung der Natur: Aus Diemelstadt, Diemelsee und Marsberg waren die Menschen zusammengekommen, um auf die Windkraftpläne aus Hessen und NRW aufmerksam zu machen. Fotos:  Renner

Diemelstadt/Diemelsee/Marsberg. „Vernunftwende Marsberg und Waldecker Nachbarn" heißt die länderübergreifende Bürgerinitiative, die sich jetzt gegründet hat.

Gemeinsam wollen Diemelstädter, Diemelseer und Marsberger auf Probleme aufmerksam machen, die durch weitere Windkraftanlagen im Grenzgebiet entstehen könnten. Sie hoffen jetzt auf die Unterstützung vieler weiterer Bürger.

Sechs Initiativen, davon zwei hessische, haben sich zusammengetan, um „möglichst viele Leute aufmerksam zu machen“, sagt Kurt Bernhardt aus Hepseringhausen. Windkraftgegner, so betont er, seien sie nicht. Aber die Planungen, gerade für das Stadtgebiet Marsberg, seien unverhältnismäßig. Die Bezirksregierung Arnsberg hat Pläne vorgelegt, nach denen auf 16 Flächen rund um Marsberg auf insgesamt 1800 Hektar Windkraftanlagen entstehen könnten. „Wir bekommen dann das Gewitter von zwei Seiten“, fürchtet Bernhardt.

Jutta Franke aus Vasbeck hat ähnliche Sorgen. An mehreren Seiten des Diemelseer Ortsteils stünden bereits Windkraftanlagen, und sollten noch weitere bewilligt werden „ist das eine Einschränkung der Lebensweise“.

„Kein Panikbündnis“

Das Bündnis geht davon aus, dass rund 100 neue Anlagen im Grenzgebiet entstehen könnten. „Wir sind kein Panikbündnis“, sagt Christoph Geschwinder aus Leitmar, einer der Sprecher der Gruppe. „Aber das lässt sich mit Menschen und auch dem Artenschutz nicht in Einklang bringen.“ Die Abstände zur Wohnbebauung, eine drohende Umzingelung und der Artenschutz sind für das neue Bündnis die wichtigsten Punkte.

Man habe den Eindruck, dass bewusst Informationen zurückgehalten werden, sagt ein Mitglied des Bündnisses. „Es ist eine Frechheit, dass man uns nicht über maßgebliche Veränderungen der Landschaft informiert.“

Dies will das Bündnis jetzt machen. In den nächsten Tagen wird die Internetseite www.vernunftwende-marsberg-waldeck.de online gehen. Dort gibt es zahlreiche Infos, aber auch die Möglichkeit, Einwendungen an die Bezirksregierung Arnsberg zu schicken. Dort endet die Frist zur Bürgerbeteiligung am 22. Dezember. Auch am Telefon stehen die Sprecher des Bündnisses Rede und Antwort. Im Hessischen sind das Kurt Bernhardt, Tel. (02992) 2030 in Hesperinghausen, und Jutta Franke, Tel. (02993) 908347 in Vasbeck.

Von Julia Renner

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