Hilferuf aus Sierra Leone

Hilfsverein "Bintumani": Kampf gegen die Ebola-Epidemie

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Für den Einsatz bei extrem ansteckenden Krankheiten: Martin Cramer und Dr. Morley Wright zeigen medizinische Schutzausrüstungs-Gegenstände.

Giflitz/Kassel/Sierra Leone. Die Ebola-Epidemie grassiert in Westafrika unaufhaltsam Täglich fordert sie weitere Todesopfer. Den Hilfsverein "Bintumani" mit Sitz in Berlin, erreichte ein Hilferuf aus einem Missionskrankenhuas in Sierra Leone.

„Auch dort war ein Ebola-Fall aufgetreten, doch in diesem Krankenhaus gibt es keine Schutzkleidung für das behandelnde Personal, und auch an Desinfektionsmitteln, Medikamenten und Infusionslösungen herrscht großer Mangel. Unser Verein unterstützt das kirchliche Krankenhaus schon seit längerem finanziell und materiell“, berichtet Dr. Morley Wright, der bis zu seiner Pensionierung als leitender Oberarzt in der Kasseler Kinderklinik Park Schönfeld arbeitete.

Während seiner Suche nach Anbietern medizinischer Schutzbekleidung sei er auf Martin Cramer aus Giflitz gestoßen. Der Edertaler arbeitet unter anderem für das Oberpfälzische Unternehmen „Schug Medical“ als Hygiene-Fachreferent und Sachgebietsleiter Infektionsprävention. „Bei ihm haben wir 300 Komplettausstattungen, bestehend aus jeweils einem Anzug, Handschuhen, Schutzbrille, Mundschutz, Entsorgungsbeutel und Kabelbindern zum Preis von rund 4000 Euro bestellt“, erklärt der Mediziner.

Bei seiner Suche sei er auch auf Anbieter gestoßen, die die Epidemie finanziell ausnutzen würden. „Plötzlich werden überhöhte Preise verlangt.“

Gemeinsam mit Martin Cramer stellte Wright spezielle Schutzkleidungsgegenstände zusammen. „Die Träger dieser Ausrüstungen sind Hitzestress ausgesetzt, besonders während der jetzt herrschenden Regenzeit in Sierra Leone.“

Die größte Infektionsgefahr ginge von Leichen aus. „Wenn ein Träger gestorben ist, sucht sich der Virus einen neuen Wirt. Das geschieht bei Ebola über Körperkontakt“, beschreibt Cramer die größte Gefahr, die für nichtinfizierte Menschen von dem Virus ausgeht. Umso wichtiger sei der Einsatz persönlicher Schutzkleidung.

In Sierra Leone seien bereits vier Ärzte und 34 Pfleger infolge Ebola-Infektionen gestorben. „Das Tragen von Schutzkleidung bedeutet zwar größtmöglichen Schutz, das Entkleiden birgt aber die Hauptgefahr nach einem Körperkontakt mit einem Infizierten. Es muss daher zwingend immer darauf geachtet werden, dass die Einmalanzüge von oben nach unten ausgezogen werden“, erklärt Martin Cramer. (ukl)

Noch mehr Hintergründe und Informationen über die Krankheit und die ehrenamtliche Arbeit des Vereins, lesen Sie in der Mittwochausgabe der HNA Waldeckische Allgemeine.

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