"Drei-Seen-Konferenz" in Waldeck

Edersee, Diemelsee und Twistesee: DLRG ist startklar für die Badesaison

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Sind in diesem Sommer an allen drei Badeseen in Waldeck-Frankenberg im Einsatz: die Lebensretter der DLRG.

Erfreuliche Nachricht von der „Drei-Seen-Konferenz“ in der DLRG-Station Waldeck: In diesem Sommer sind die Lebensretter wieder an allen drei Badeseen in Waldeck-Frankenberg präsent.

Bei der „Drei-Seen-Konferenz“ in der Waldecker DLRG-Station zogen die Lebensretter Bilanz über das Einsatzjahr 2018 und blickten auf die neue Wachsaison an den heimischen Badegewässern. 

Eigentlich war es nur eine Zwei-Seen-Konferenz für Eder- und Twistesee, denn am Diemelsee war die Station im vergangenen Sommer aus Personalmangel gar nicht besetzt. In seinem Jahresrückblick verwies der Leiter des Wasserrettungsdienstes Edersee, Klaus Schultze, auf ein breites Einsatzspektrum.

Ausbildung für Einsatztaucher war ein Schwerpunkt

Zum 35. Mal wurde die 1,5 Kilometer lange Schwimmstrecke beim Edersee-Triathlon abgesichert. Weitere Herausforderung: Die Wassersprungübung der Bundeswehr. „Das ist für uns eine enorme Trainingsarbeit.“ Schwerpunkt war die Ausbildung der Einsatztaucher mit neuer 7000 Euro teurer Tauchausrüstung mit Sprechfunkverbindung. 

Ein neues Boot wurde in Dienst gestellt, ein anderes neuwertiges Boot erlitt einen Totalschaden durch technischen Defekt. Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick sagte zufrieden, in seinen 18 Amtsjahren seien alle Stationen in Waldeck-Frankenberg fast runderneuert worden. „Die DLRG ist für uns wichtig, weil sie „meinen“ Feuerwehren viel Arbeit abnimmt.“ Trotz niedrigen Wasserstands des Edersees seien die Wasserretter zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt, sagte Edertals Gemeindebrandinspektor Dirk Rübsam.

Twistesee - Katastrophenschutz wurde verstärkt

Am Twistesee hat das Land Hessen den Kastastrophenschutz verstärkt mit einem Gerätewagen Taucher, zuständig für den gesamten Landkreis. „Mit der Unterbringung des Fahrzeugs sind wir noch nicht ganz glücklich,“ merkte Biederbick an.

Kooperation von DLRG und Feuerwehren

Kurs auf die neue Wachsaison an den heimischen Seen: Rettungsboote der DLRG-Station Waldeck sind auch in diesem Sommer wieder im Einsatz auf dem Edersee.

Feuerwehren und DLRG schlossen eine Kooperation bei einem Einsatzboot. Auch außerhalb der Wachsaison können speziell ausgebildete Feuerwehrleute das Boot bei Einsätzen nutzen. Bürgermeister Jörg Feldmann, der letztmals als Rathauschef der Anliegerkommune an der Konferenz teilnahm, wurde mit anerkennenden Worten verabschiedet. Schultze dankte für seine unbürokratische und tatkräftige Unterstützung, vor allem bei der Zufahrt zur Rettungsstation Fürstental. 

Feldmann würdigte die stets verlässliche Einsatzbereitschaft der DLRG. Sollten die Pläne für eine Seilbahn über den Edersee verwirklicht werden, sei dies neue Herausforderung für die Lebensretter. Für die Gemeinde Edertal dankte Erster Beigeordneter Werner Waid für die gute Arbeit. 

„Es läuft alles reibungslos und rund am Edersee.“ Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee Touristic: „Für uns ist wichtig, dass die Gäste am See ein Sicherheitsgefühl bekommen.“Günther nahm die Hilfsbereitschaft im Sommer selbst in Anspruch. „Ich wurde bei einem Segelkurs von einer Wespe gestochen.“ Gerd Paulus vom Wasserschutzpolizeiposten hob die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und DLRG hervor. „Wir sind auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Das klappt hier immer sehr gut und voll professionell.“

Sanierung der Rettungsstation Rehbach am Edersee fast abgeschlossen

Die Sanierung der Rettungsstation Rehbach ist bis auf den Bau der Steganlage abgeschlossen. 25.000 Euro Eigenleistung erbrachte die DLRG, darunter 5000 Euro als Zuschuss vom Kreisverband. Von Landkreis und Kommunen flossen 50.000 Euro in Gebäude, Bootshalle, Außenanlage und Steg. Schultze würdigte die ausgezeichnete Zusammenarbeit: „Das Verhältnis zwischen Landkreis, Gemeinden und DLRG ist mustergültig.“

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2018: 43.686 Wachstunden der DLRG an Edersee und Twistesee

Insgesamt 41.174 Wachstunden leistete die DLRG in 2018 am Edersee, davon 16.216 an der Waldecker Station, 10.075 am Rehbach und 14.883 im Fürstental. Gesamteinsätze: 222, darunter 91 in Waldeck, 53 am Rehbach und 78 in Fürstental. Weiter in der Statistik: 35 Kenterungen/Bergungen, 72 Erste-Hilfe-Einsätze, 73 Technische Hilfeleistungen, 12 Rettungen aus Lebensgefahr, 523 Serviceplaketten, 19 Regatta-Begleitungen, 11 sonstige Einsätze. 

Auf den Twistesee entfallen 2512 Wachstunden und 30 Einsätze. Im Einzelnen: 18 Erste-Hilfe-Leistungen, 11 Technische Hilfeleistungen, eine Regatta-Begleitung. 

Die Wachstunden an beiden Seen stiegen um 5635 auf 43.686, die Einsätze um 11 auf 252.

2019 sind die Lebensretter der DLRG wieder am Diemelsee im Einsatz

Präsenz an allen drei Seen: Die DLRG überwachte in 2018 nur den Edersee (Foto) und den Twistesee. Für 2019 ist auch für den Diemelsee eine Lösung gefunden.

Am Diemelsee soll die DLRG-Station in diesem Jahr wieder besetzt werden. Das scheiterte in 2018 durch personelle Engpässe. Bei der Korbacher Ortsgruppe, die den Diemelsee bisher betreute, brachen während der Schließung des Hallenbads die Mitgliederzahlen ein. Heute fehlen ausgebildete Rettungsschwimmer für die Wachsaison. Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick zeigte sich optimistisch. „Wir haben beim Diemelsee noch keine Lösung, aber wir sind auf einem guten Weg,“ signalisierte er.

„Ich hoffe, dass es dann nächstes Jahr tatsächlich wieder eine Drei-Seen-Konferenz gibt.“ Weiter gehende Informationen präsentierte indes der hessische DLRG-Vizepräsident Dirk Schütz: „Ich freue mich, dass wir nach der Pause in 2018 wieder eine regionale Lösung gefunden haben.“ Er dankte Vertretern von Landkreis, Gemeinde Diemelsee und Gemeindebrandinspektor, die sich dafür sehr engagieren. „Wir haben mit der Ortsgruppe Marsberg und dem Bezirk Hochstift-Paderborn regionale Partner, die sich in der Station einbringen werden und eine tragfähige Lösung für die Wochenenden wieder sicherstellen können.“ Aber Ehrenamtliche brauchten auch gute Rahmenbedingungen, deutete er mit Blick auf ausstehende Investitionen an. 

„Dran bleiben“, riet er den Gemeinden. Nur dann seien die Chancen gut, dauerhaft Ehrenamtliche für den Dienst zu finden. Ein Vertreter der Gemeinde Diemelsee fehlte bei der Konferenz offenbar infolge eines technischen Fehlers, merkte Schütz an. „Die haben wohl keine Einladung bekommen. Karl-Heinz Dierkes, Vize-Bezirksleiter DLRG Hochstift-Paderborn, kündigte an: „Wir werden die Wachsaison am Diemelsee dieses Jahr durchziehen und dann sehen, wie es funktioniert.“

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