Sportgemeinschaft: Wassersparen beginnt viel zu spät

Anrainer rechnen mit kurzer Edersee-Saison

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Malerische Sonnenuntergänge zaubert in diesen Tagen der Frühling am Edersee. Den Start in die neue Saison trübt indes die anhaltende Trockenheit. Wenn nicht bald der ersehnte Regen kommt, befürchtet die Tourismusbranche eine kurze Saison. 

Edersee. Nach einem extrem trockenen Jahr 2016 sieht es zu Beginn der neuen Saison keineswegs rosiger aus am Edersee. Nach Niederschlägen in den vergangenen Wochen hat sich der Stausee von dem Rekord-Tief sichtlich erholt und ist aktuell zu etwa 73 Prozent gefüllt.

Aber der Blick auf die Wetterkarte lässt wenig Optimismus für den angestrebten Vollstau am 1. Mai erkennen. Wenn in den nächsten Wochen kein Regen kommt, rechnen Anrainer mit einer kurzen Saison. Das war das ernüchternde Fazit einer Gesprächsrunde zur Wasserbewirtschaftung am Edersee auf Einladung der Wassersportgemeinschaft Edersee-Diemelsee (WSGE). Vor Inhabern von Tourismuseinrichtungen am Stausee, Vertretern aus Politik und interessierten Zuhörern stellte Jiri Cemus vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden die Bewirtschaftung der Talsperre in 2016 und die Problematik der versandeten Weser-Pegel vor und gab einen Ausblick auf die aktuelle Lage. „Zurzeit sind 144 Millionen Kubikmeter drin, das ist nicht das Ziel, was wir eigentlich haben wollten.“

Noch gibt es leichten Einstau an der Talsperre, aber das kann sich schnell wieder ändern. Zwischen Bangen und Hoffen bewegte sich daher die Stimmung in der Gesprächsrunde im Haus des Segelclubs Edersee auf der Halbinsel Scheid. Der stellvertretende WSGE-Vorsitzende Winfried Geisler forderte, das Pilotprojekt mit der Trigger-Linie müsse zeitiger greifen. Sie sieht reduzierte Abgaben vor, wenn der Pegel unter den üblichen Mittelwert fällt. „Wir beginnen mit dem Wassersparen erst bei zehn Meter unter dem Vollstau, das ist für den Edersee viel zu spät.“

Ein kleiner Lichtblick: Die Anzahl der geplanten Transporte auf der Weser, für die „Wellen“ aus dem Edersee geplant sind, beläuft sich derzeit nur auf zwei bis drei, teilte WSA-Leiterin Katrin Urbitsch mit.

Von Cornelia Höhne

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