Projektstudie für ein Dokumentationszentrum zur Edersee-Geschichte wurde vorgestellt

100 Jahre auf einen Blick

Edersee. Die Geschichte der Edertalsperre auf einen Blick, vom Mauerbau bis zur Gegenwart – das möchte die Gemeinde Edertal bis zum 100. Geburtstag der Talsperre im Jahr 2014 in einem Dokumentationszentrum aufzeigen.

Machbar und tragfähig wäre eine solche Dauerausstellung, die rund 75 000 Gäste im Jahr locken würde. Das belegt eine Projektstudie, die gestern Bürgermeister Wolfgang Gottschalk vorstellte.

Vor den noch ausstehenden Entscheidungen hat sich die Gemeinde Rat beim Kulturbüro AHB aus Gustavsburg geholt. Die Standortfrage wurde ausgeklammert. Aber: „Je näher das Zentrum an der Staumauer liegt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich trägt und auch mehr Touristen anzieht, als jetzt geschätzt“, sagt Gottschalk.

Die Überlegungen sehen laut Dr. Wolfgang Fritzsche einen 1440 Quadratmeter großen Bau vor. Im Mittelpunkt des Ausstellungsraumes steht ein Ederseemodell, um das herum acht Se(h)punkte angeordnet sind, die die Themen bestimmter Standorte aufgreifen. Beispiele: Mauerbau, Energiegewinnung, Fischerei, Umsiedelung.

Die knappen Informationen dieser Se(h)punkte werden vertieft durch Multimediaeinheiten in Bild und Ton. Themeninseln und Mitmacheinheiten inszenieren die Themen mit Exponaten und sollen Besucher anregen, selbst aktiv zu werden.

Das noch namenlose Zentrum – das als Neubau oder auch in einem bestehenden Objekt und eventuell sogar auf einem Ponton auf dem Wasser entstehen kann – soll mehr sein als nur Ausstellungshalle. Dr. Fritzsche: „Wir wollen Schulen, Wissenschaft und die Museen der Region einbinden und Raum für Veranstaltungen bieten.“

Interessante Ideen ergänzen die Pläne: zum Beispiel Verlagerung des ET-Büros von der Röhre ins Dokumentationszentrum und sogar ein gläserner Ausstellungsraum unter Wasser an der Staumauer.

Das alles kostet viel Geld, über das noch nicht gesprochen wurde. „Es wird ein aufwändiges Projekt – aber wenn wir es machen, machen wir es richtig“, so Gottschalk. Allerdings: Ohne Fördergeld werde es nicht umsetzbar sein.

Der Kellerwaldverein, der das 14 000 Euro teure Gutachten mit 60 Prozent förderte, steht klar hinter diesem Projekt. „Der Bedarf ist da. Auch sind Schlechtwetterangebote ungeheuer wichtig für diese Region“, sagte Vorsitzender Dr. Reinhard Kubat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.