Zusicherung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt

Binnenschiffe auf Oberweser: Keine größeren Wellen aus Edersee nötig

Hann. Münden/Edersee. Der Bund wird sicherstellen, dass wie bisher auch weiterhin Binnenschiffe auf der Oberweser fahren können. Dafür sollen aber keine größeren Wellen aus dem Edersee benötigt werden.

Das sicherte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) und dessen hessischem Amtskollegen Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) in einem Brief zu.

Lies und Al-Wazir hatten Dobrindt geschrieben und darauf hingewiesen, dass die Wirtschaft in Nordhessen und Südniedersachsen darauf angewiesen ist, mangels Alternative auf der Straße Schwertransporte auf der Oberweser abzuwickeln. Ebenso gebe es erheblichen Transportbedarf für die großen Kiesmengen, die in der Oberweserregion gewonnen werden und begehrter Baustoff für andere Regionen in Norddeutschland sind. Die Wirtschaft in der Region wolle in den Weserhafen in Hann. Münden investieren, aufgrund der Einstufung der Oberweser lediglich als „Sonstige Wasserstraße“, also ohne verkehrliche Bedeutung, fehle den Unternehmen jedoch das Vertrauen in eigene Investitionen. Die Unternehmen erwarten nicht, dass der Bund den Zustand der Oberweser durch Investitionen verbessert, sondern sie wollen, dass der jetzige Zustand der Bewirtschaftung in vollem Umfang erhalten bleibt, heißt es im Brief der Länderminister.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt geht nicht davon aus, dass für zunehmende Schwertransporte größere Wellen aus dem Edersee benötigt werden. Dafür kann nach Angaben von Amtsleiterin Katrin Urbitsch insbesondere das neue Transportschiff mit geringem Tiefgang sorgen, das am Dienstag zum ersten Mal für einen Schwertransport der Firma Richter eingesetzt wurde. Im laufenden Jahr sind nach ihrer Darstellung bereits 15 Schwertransporte auf der Weser abgewickelt worden - ohne wesentlicher Auswirkungen auf den Wasserstand im Edersee. Dazu trugen allerdings auch reichlich Niederschläge bei. (kri/sch)

Hintergrund

Die 199,3 Millionen Kubikmeter Wasser fassende Edertalsperre ist aktuell mit 132,8 Millionen Kubikmetern gefüllt. Wegen Unterhaltungsarbeiten an mehreren Kraftwerken und Wehren ist die Wasserabgabe seit Mittwoch bis Mitte nächster Woche gedrosselt, danach soll sie für einige Tage deutlich auf etwa 80 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden, um ausreichend Hochwasserschutzraum bereitstellen zu können.

Diese Schwelle liegt bei 130 Millionen Kubikmeter und soll bis Mitte Dezember eingehalten werden. Danach wird der Pegel nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes wieder Schritt für Schritt erhöht. Ziel ist der Vollstau zum 1. Mai 2015. (sch)

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