Strom aus Wasserkraft

Nach Fertigstellung der Sperrmauer wurde fieberhaft weitergearbeitet

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10. Mai 1929: Mit einem Bagger wurden Betonblöcke unterhalb des Tosbeckens vor dem Krafthaus Hemfurth II vor der Sperrmauer versetzt.

Edersee. Die Geschehnisse und Bauaktivitäten an der Edertalsperre vor 100 Jahren sorgten für internationales Aufsehen und großes Interesse. Nicht zuletzt das Schicksal zahlreicher Menschen, die ihre Dörfer und Häuser teilweise unter Protest verlassen mussten, lenkten die Aufmerksamkeit auf das Edertal.

Die Fertigstellung und Vollendung des letzten großen Bauwerks der Kaiserzeit im Jahr 1914 bedeutete längst noch nicht das Ende der Bauaktivitäten unterhalb der Edertalsperre.

Die Stromproduktion und der damit verbundene Bau unterschiedlicher Wasserkraftwerkstypen wurde in den Folgejahren zwischen den damals selbstständigen Gemeinden Edersee und Affoldern realisiert.

Den Anfang machte im Jahr 1915 das Wasserkraftwerk Hemfurth I. Es liefert noch heute vom Fuß der Sperrmauer Strom ins Netz. Zunächst wurde das Kraftwerk von verschiedenen Unternehmen betrieben, aus denen 1927 die Preußische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (einem Vorläufer der heutigen E.ON) entstand.

Blick in das ehemalige Maschinenhaus des Kraftwerks Hemfurth I an der Sperrmauer. Nach 77 Jahren Laufzeit hatten die Maschinen des Kraftwerks ausgedient. Sie wurden am 11. Mai 1992 abgeschaltet. Heute produzieren dort zwei Francis-Spiralturbinen Strom aus Wasserkraft.

Ab 1926 wurde an der dem Dorf und Gemeinde Edersee zugewandten Seite der Sperrmauer das Wasserkraftwerk Hemfurth II gebaut. Ein Jahr später stellten die Siemens-Schuckert-Werke den Entwurf für ein Ausgleichsbecken zwischen Affoldern und Hemfurth vor.

Die Größe des Weihers wurde von vornherein so bemessen, dass er später auch als Unterbecken für das geplante Pumpspeicherkraftwerk Bringhausen (später unbenannt in Waldeck I) in Hemfurth verwendet werden konnte. Im April 1928 beschloss die Preußische Elektrizitätsaktiengesellschaft den Bau des Ausgleichbeckens samt der Wehr- und Kraftwerksanlage Affoldern. Generalunternehmer waren die Siemens-Schuckert-Werke.

Von Uli Klein

Bauarbeiten: Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer

Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer
Bewegen von Erdmassen: Das Flussbett der Eder wurde bis zu einer Tiefe von zwei Metern ausgebaggert. Diese Aufnahme zeigt den Stand der Bauarbeiten am 25. Januar 1929. © Reprofoto: Klein
Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer
8. Mai 1929: Eder-Vertiefung unterhalb des Krafthauses Hemfurth II an der Sperrmauer. Diese Aufnahme zeigt Schuttablagerungen von früheren Arbeiten oberhalb der Kabelbrücke. © Reprofoto: Klein
Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer
20. April 1929: Steinblöcke lagen unterhalb des Tosbeckens am Fuße der Sperrmauer vor dem Krafthaus Hemfurth II. Sie wurden in den Flusslauf eingebaut. © Reprofoto: Klein
Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer
10. Mai 1929: Mit einem Bagger wurden Betonblöcke unterhalb des Tosbeckens vor dem Krafthaus Hemfurth II vor der Sperrmauer versetzt. © Reprofoto: Klein
Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer
Wegen des Baus des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck I in Hemfurth musste das Stauvolumen des Ausgleichsweihers zwischen Hemfurth und Affoldern und der Eder bis zur Sperrmauer erhöht werden. Dieses Foto vom 16. September 1928 zeigt einen Zwei-Kubikmeterbagger bei der Fahrt durch die Eder zwischen Hemfurth und Edersee. © Reprofoto: Klein
Vor 100 Jahren entstand die Sperrmauer
Blick in das ehemalige Maschinenhaus des Kraftwerks Hemfurth I an der Sperrmauer. Nach 77 Jahren Laufzeit hatten die Maschinen des Kraftwerks ausgedient. Sie wurden am 11. Mai 1992 abgeschaltet. Heute produzieren dort zwei Francis-Spiralturbinen Strom aus Wasserkraft. © Hans-Jürgen Voigt/nh

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