Finanzielle Mittel fließen nur noch bis 2018

Steilhänge am Edersee: Umweltministerium will kein Naturmonument ausweisen

Beeindruckende Baumwelt: An den Steilhängen des Edersees finden sich noch einige Areale, die als urwaldartig gelten und besonders schützenswert sind. Das Bild zeigt eine Felseiche am Urwaldsteig. Foto:  Kubosch/nh

Waldeck-Frankenberg. Rund 1000 Hektar messen die Steilhänge nördlich des Edersees, die sich von Herzhausen im Westen bis nach Edertal im Osten ziehen.

„Das Gebiet ist einer unserer letzten Naturschätze“, sagt Landschaftsplaner Norbert Panek, der sich seit Jahrzehnten mit der Natur rund um den Edersee beschäftigt. Um die Steilhänge dreht sich der neue Bildband „Verborgene Urwälder am Edersee“, der jetzt veröffentlicht wurde. Autor Norbert Panek will damit auf die Besonderheit des Gebiets hinweisen – und eine Diskussion über den künftigen Schutz des Areals anstoßen.

Die finanziellen Mittel für das Naturschutzgroßprojekt Kellerwald-Edersee, zu dem auch die Steilhänge gehören, fließen nur noch bis Ende 2018. Um den künftigen Schutz des Gebiets müsse man sich deshalb schon jetzt Gedanken machen.

Teile der Steilhänge seien Natura-2000-Flächen, auch Naturschutzgebiete gebe es dort bereits. Aus Paneks Sicht ist das jedoch nicht ausreichend und wird der Bedeutung des Gebiets nicht gerecht. Die Reste von Laub-Primärwäldern seien in Mitteleuropa in dieser Größenordnung einzigartig. 14 Urwaldrelikt-Käferarten würden dort vorkommen, das gebe es in Deutschland sonst nicht mehr. Die urwaldartigen Wälder der Steilhänge umfassen etwa 150 Hektar, mit Pufferzonen, so Panek, sind es 1000 Hektar. Diese Flächen könnten als Nationales Naturmonument ausgewiesen werden, schlägt er vor. Touristisch genutzt werden könnte das Gebiet weiterhin.

Das hessische Umweltministerium erklärt auf Anfrage, dass für die Steilhänge „keine Unterschutzstellung als Nationales Naturmonument geplant“ sei, so Sprecher Mischa Brüssel de Laskay. Natura-2000-Flächen und Naturschutzgebiete für „besonders wertvolle Teile“ würden „bereits einen ausreichenden rechtlichen Schutz“ bieten, so der Sprecher.

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