Edersee-Touristic zieht Bilanz – Hohes Potenzial bei Online-Buchungen

Viele Gäste blieben länger am Edersee

Edersee. Die Edersee-Touristic (ET) vermeldet für ihren Einzugsbereich für 2016 eine annähernd gleich gebliebene Zahl von Gästen bei leichtem Anstieg der Übernachtungszahlen. „Das heißt, die Verweildauer erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr“, zieht ET-Geschäftsführer Claus Günther zufrieden Bilanz.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet er vor diesem Hintergrund die Entwicklung bei den Online-Buchungen: Dieser Sektor wächst und wächst seit dem Einstieg der ET 2011. „Insgesamt um rund 3000 Prozent in den fünf Jahren“, rechnet Günther vor.

In absoluten Werten schlugen sich 2011 die ersten 60 Online-Buchungen von Gästen nieder, während es 2016 rund 1700 waren.

Mehr Online-Angebote nötig

„Das entspricht im Vergleich zu 2015 einem Wachstum um mehr als 26 Prozent, Tendenz weiter steigend“, unterstreicht der ET-Chef und verbindet damit die Kehrseite der Medaille: Denn das Potenzial, auf diesem Weg weitere Gäste in die Edersee-Region zu locken liege wesentlich höher. „Wir brauchen noch viel mehr Betriebe, die mitmachen, denn wir haben weitaus mehr Online-Anfragen, als wir bedienen können“, beschreibt Günther die Lage.

4,2 Prozent im Netz gebucht

Rund 20.000, also knapp 4,2 Prozent der 481.500 Übernachtungen von 2016 wurden über das Netz gebucht. Das geschieht auf den ET-Internetseiten, den eigenen Buchungsmasken der Anbieter-Homepages, durch das Erstellen von Angeboten seitens Tourist-Informationen oder durch Zugriff der Gäste auf große Urlaubsportale im Netz. Das Spektrum der angebotenen Quartiere von einfachen Ferienwohnungen und Ferienhäusern über Gasthöfe, Pensionen und Hotels aller Kategorien bis zu vielen mit drei, vier und fünf Sternen klassifizierten Ferienwohnungen, einem Vier- und einem Drei-Sterne-Superior- Hotel. Die Buchungstechnik habe sich auch auf den klassischen Vertriebswegen bewährt: So werden kurzfristig anreisende Gäste in den Tourist-Infos direkt in freie Quartiere vermittelt. Zusätzlich erstellen die Servicekräfte die bei telefonischen Anfragen direkte Angebote, sei es für einen einwöchigen Familienurlaub oder die Rundwanderung um den Edersee über den Urwaldsteig mit wechselnden Unterkünften. „Diesen Service nehmen viele Gäste gerne an“, sagt Günther.

Info: Das Online-Buchungssystem steht allen Partner-Anbietern der ET offen. Infos: 05623-999819 (Denise Friedrich), friedrich@edersee.com.

Die Gäste- und Übernachtungszahlen des Hessischen Landesamtes für Statistik weisen eine Schwäche auf. Sie erfassen nur gewerbliche Gastgeber mit mehr als zehn Betten. „Deshalb gibt es eine Faustregel, nach der man zu den offiziellen Zahlen etwa ein Drittel addieren muss für Gäste und Übernachtungen bei kleineren Privatanbietern“, erklärt ET-Geschäftsführer Claus Günther.

In den Edersee-Kommunen liege dieser Wert vermutlich höher, weil es im Verhältnis dort mehr kleine Anbieter gebe als etwa in Bad Wildungen, wo Kliniken und Hotels deutlicher dominieren. Die „Gewerblichen“ mit mehr als zehn Betten verzeichneten 2016 im Edersee-Raum 481.500 Übernachtungen gegenüber 469.300 im Jahr 2015. Die Gästezahl blieb 2016 mit 170.000 um 100 unter dem Vorjahreswert.

Aufgeteilt auf die Kommunen zeigt sich bei den Übernachtungen Frankenau 2016 als größter Gewinner mit plus 15,1 Prozent. Lichtenfels erleidet den größten Verlust mit einem Minus von 22,5 Prozent. Vöhl (plus 4,6 Prozent), Waldeck (plus 3,4 Prozent) und Edertal (minus 0,5 Prozent) reihen sich dazwischen ein. Aus Günthers Sicht ist es schwierig, Ursachen für die Differenzen zu benennen.

„In Frankenau spiegelt sich eine positive Entwicklung im Feriendorf wider, obwohl viele private Anbieter dort zu klein sind, um in die Landesstatistik einzufließen.“

Ein kleines Minus wie in Edertal könne beispielsweise darauf zurückgehen, dass ein Campingplatz im Herbst ein paar Wochen früher schließt als üblich. Für den Dämpfer für Lichtenfels hat Günther noch keine Erklärung.

Rubriklistenbild: © dpa

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