Seit Juli 2015 leben die Tiere in freier Wildbahn

Edertal: Entlaufene Rinder überlisten Fänger - Bulle drohte mit Hufen

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Highlandrinder: Bei der entlaufenen Herde handelt es sich um Tiere wie dieses auf unserem Archivfoto. 

Edertal. Die im Juli 2015 im Edertal entlaufene und seitdem in freier Wildbahn lebende Rinderherde ist noch immer nicht eingefangen. Auch die jüngsten Versuche scheiterten. 

Ein Teilnehmer an zwei Fang-Aktionen berichtet beeindruckende Details vom Verhalten der Highlandrinder. Der Versuch, die Tiere mit Hilfe von Reitern in die gewünschte Richtung zu lotsen, schlug fehl. Die Rinder bremsten die Pferde aus, drängten sie mittels ihrer Hörner ab oder entkamen über Steilhänge. Sie liefen durch Stacheldrahtzäune, während das schwierige Gelände zu hohes Sturz- und Verletzungsrisiko für die Reiter barg. Die Tiere flohen erstmals aus ihrem Streifgebiet heraus Richtung Netze, kehrten später aber zurück.

In einem weiteren Anlauf, der mehr als eine Woche Zeit in Anspruch nahm, versuchten es die heimischen Fänger mit einer List. Handzahme Kühe wurden als Lockvögel in einem Gatter untergebracht, um den verwilderten Artgenossen eine Falle zu stellen. Die Menschen wähnten sich nah am Ziel, weil es gelang, drei der Tiere zunächst ins Gatter und von dort aus in einen Treibwagen zu bugsieren - ein fahrendes Gehege, angehangen an einen Schlepper. Der Rest der Herde mit den zwei Bullen hielt draußen Wache.

Als die erfahrenen freiwilligen Einsatzkräfte den Schlepper heranfuhren, machten das festgesetzte Trio kurzen Prozess. Es hebelte mit Köpfen und Körpern den Wagen aus, verschob das Gatter und sprang mit seinen Massen von jeweils mindestens einer halben Tonne gegen die Zaunelemente, bis die verbindenden Kettenglieder barsten. Die Dämmerung war angebrochen und nur der ältere Bulle als Wächter geblieben. Dieser wandte sich hufscharrend gegen die Menschen, um die Flucht der drei zu decken. Nur ein Schlepper mit Frontlader hielt ihn in Schach.

Nach diesen Erfahrungen sind Beteiligte überzeugt, dass die Rinder auch zur Gefahr für Wanderer und Radler werden können. „Vorsicht ist besonders auf dem Habichtswaldsteig zwischen Böhne, Buhlen und Netze geboten“, warnt ein Landwirt, denn die Herde kreuze diesen Pfad regelmäßig. Er rät, keinesfalls abseits der Wege Waldstücke zu durchstreifen, weil sich dorthin die Rinder am Tag zurückziehen - mit ihrem Kalb.

Die Gemeinde will den Straßenverkehr zwischen Bergheim und Böhne sensibilisieren durch Warnschilder „Viehtrieb“ - ein dreieckiges, rotgerändertes Warnzeichen mit schwarzer Kuh auf weißem Grund.

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