Männer treffen sich täglich

Bier steckt hinter jeder Kalendertür in Lieschensruh

Sie treffen sich jeden Abend zum Biertrinken (von links): Pascal Selzer, Benedikt Meise, Mathias Siebert, Christoph Schäfer, Sören Scheiba, Christian Scherp, Nicky Hupertz und Björn Roth. Foto:  Klein

Lieschensruh. „Hoch die Tassen“, heißt es im Partyraum der Familie Schäfer in Lieschensruh. Bis zum Fest treffen sich dort bis zu zwölf Männer an einem Adventskalender, den sie mit vollen Bierkisten zu einer Art Pyramide aufgestapelt haben.

„Am Heiligabend gibt es mittags eine schöne Bescherung an unserem Kalender. Dann werden wir nämlich die letzte von 24 Kisten leer machen, und abends stehen dann die traditionellen Bescherungen im Familienkreis auf dem Programm“, berichtet Christoph Schäfer.

Bis es in einigen Tagen soweit ist, zischen aber noch jeden Abend ab 19 Uhr die Kronkorken. Die Straße des im Advent regelmäßig wiederkehrenden Schauspiels heißt bezeichnender Weise „Auf dem Nebeler“.

Der ein oder andere Teilnehmer der Treffen habe den Raum auch schon „etwas“ benebelt verlassen. Mitunter beteiligten sich auch Ehefrauen oder Freundinnen an den „süffisanten“ Zusammenkünften. „Die meisten sagen aber, wir hätten sie nicht alle“, berichtet Nicky Hupertz. Für sie sei es aber ein Spaß, bei dem die Geselligkeit im Vordergrund stünde.

Neben Hupertz und Christoph Schäfer haben sich Christian Scherp, Björn Roth, Frank Süring, Flemming Lückel, Alexander und Mathias Siebert, Torben sowie Sören Scheiba, Pascal Selzer und Benedikt Meise „ihren Traum“ eines Bier-Adventskalenders erfüllt. Jeder legte 40 Euro auf den Tisch, dann wurde eingekauft.

„Hinter jedem Türchen verbergen sich besondere Sorten, wie Fest-, Land- oder Kellerbiere und zumeist auch etwas Süßes“, erzählt Christian Scherp.

So ganz nebenbei hätten er und seine Freunde, zumeist aktive Fußballer der SG Edertal, auch Besonderheiten deutscher Braukunst, wie etwa die Marke „Tannen Zäpfle vom Hochschwarzwald“ aus den Sudpfannen der Badischen Staatsbrauerei Brauerei, oder „Dieselroß Öl“ des Traktorenbauers Fendt kennengelernt. „Das schmeckt gar nicht schlecht“, sind sich die Akteure einig.

Wenn die 24 Flaschen einer Kalender-Kiste mal nicht reichen würden, sei dies kein Problem. Für Nachschub ist gesorgt:

„Für Notfälle halten wir immer ausreichende Reserven bereit“, erzählt Christoph Schäfer. So eine Aktion brauche natürlich strenge Regeln, was die Teilnahmebedingungen anginge, räumt er ein.

Derjenige, der am wenigsten dabei war, muss am Ende alle leeren Bierkisten aus dem Partykeller schleppen und auf einem Anhänger verladen.

Außerdem sei er zum feuchten Durchwischen des Raumes verpflichtet, und er muss – quasi als Strafzoll – zwischen Weihnachten und Silvester eine Kiste Gerstensaft „springen“ lassen.

Von Uli Klein

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