Sanierung nicht in Sicht

Kein Geld für Holperpiste: „Tempo zehn“ auf der Landesstraße in Gellershausen

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„Tempo zehn“ ist keine Lösung: Der Ortsbeirat mit (von links) Ortsvorsteher Michael Kopleck, Stefanie Grede, Bernd Mette und Sandra Stracke-Lückel sieht in den lockeren Pflastersteinen und Löchern ein Risiko für Fußgänger und Radfahrer. 

Edertal-Gellershausen. Ein 400-Einwohner-Dorf im Wesetal geht mit einer Holperstrecke in die Verkehrsgeschichte ein: Auf der Landesstraße in Gellershausen wurde „Tempo zehn“ eingeführt.

Lose Pflastersteine, Schlaglöcher, abgesenkte Fahrbahnen – die Ortsdurchfahrt ist in miserablem Zustand. Kaum ist eine tückische Gefahrenstelle ausgebessert, bricht der Belag an anderer Stelle auf.

„Das ist ein kompletter Sanierungsfall“, ist sich der neue Ortsvorsteher Michael Kopleck mit den Ortsbeiratsmitgliedern einig.

Geld für die Sanierung der Landesstraße ist aber überhaupt nicht in Sicht. Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil hat die Trasse in künftige Dringlichkeitsbewertungen aufgenommen, aber sie ist aktuell nicht in der Sanierungsoffensive des Landes enthalten und hat daher bis 2022 keine Chance auf Instandsetzung, bedauert der Ortsbeirat.

Vor 30 Jahren ausgebaut

Ausgebaut wurde die Ortsdurchfahrt vor rund 30 Jahren im Zuge der Dorferneuerung. Damals sollte es keine Asphaltdecke sein, sondern buntes Pflaster. Das rächte sich bald, weil auf der abschüssigen Fahrbahn, bedingt durch hohes Verkehrsaufkommen im Wesetal und schwere Lkw, schon früh erste Schäden auftraten. Steine wurden locker, der Zustand der Schlaglochpiste verschlechterte sich allmählich. Wegen der Straßenschäden wurde vor einiger Zeit die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert.

Das reicht jetzt offenbar nicht aus, und der Landkreis greift zu rigoroseren Maßnahmen: Tempo-10-Schilder wurden aufgestellt. Das ist Schrittgeschwindigkeit – wer sich daran hält, könnte beinahe von einem forschen Spaziergänger überholt werden. Der Kreis begründet das mit dem „schlechten baulichen Zustand der Landesstraße in diesem Bereich“, teilte Ann-Katrin Heimbuchner von der Kreispressestelle auf Anfrage mit. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde im Einvernehmen mit Hessen Mobil und der Polizei diese Anordnung getroffen.“

Die Gemeinde Edertal favorisierte eher eine Spielstraße und war an der Abstimmung zum ersten Tempo-zehn-Limit im Kreis gar nicht beteiligt.

Wie die Gellershäuser die Regelung beurteilen, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Conny Höhne

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