Gründung aus Privatinitiative

Viel Unterstützung für Verein Studitogo

Die Stipendiatinnen: Mireille Douti (links) und Hawah Hazemdji. Beide wurden für die Dauer von sechs Jahren vom Verein Studitogo aus Edertal finanziell unterstützt. Fotos:  nh

Edertal. Der Verein zur Förderung der universitären Ausbildung junger Menschen in Togo, kurz Studitogo, mit Sitz in Edertal, fördert seit 2008 zwei Studentinnen.

Diese sind in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo, der Verein erfährt dabei breite Unterstützung aus der Region. Beide jungen Frauen haben ihre Studien abgeschlossen und sind inzwischen Laborärztin beziehungsweise Psychologin. Dies war Grund für den Verein, zum 31. Dezember die Auflösung zu beschließen – nicht aber ohne Anschubfinanzierung für ehrgeizige Projektideen der beiden Stipendiatinnen.

Der Verein gründete sich auf eine Privatinitiative von Dr. Friederike Fuhlrott und Thomas Ludwig, die von 2002 bis 2004 als Entwicklungshelfer für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) im westafrikanischen Togo arbeiteten.

Hawah Hazemdji (23) und Mireille Douti (21), beide geboren und aufgewachsen in dem westafrikanischen Entwicklungsland, bekommen noch bis zum Jahresende je ein monatliches Stipendium von 120 Euro, mit welchen sie ihren kompletten Lebensunterhalt und das Studium finanzieren können beziehungsweise konnten.

Reger Austausch

„Es handelte sich bei der Unterstützung in den letzten sechs Jahren um ein sehr praxisnahes Entwicklungsprojekt. Alle Spenden kamen fast zu 100 Prozent auch vor Ort an“, sagt Dr. Friederike Fuhlrott, Vorsitzende des Vereins. In ihrem Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr sprach sie von regem Austausch mit den beiden Stipendiatinnen und bedankte sich im Namen des Vereins bei allen Spenderinnen und Spendern. Besonderen Dank richtete Dr. Fuhlrott an den Weltladen Bad Wildungen, der über den gesamten Zeitraum hinweg kontinuierlich und großzügig unterstützte.

Beide Stipendiatinnen haben für die Zukunft konkrete Projektideen, die sie dem Verein vorstellten. Da sie sich nicht darauf verlassen können eine Anstellung zu finden, möchten sie über den Weg in die Selbstständigkeit in ihrem Metier eine Basis für die Zukunft aufbauen.

Mireille Douti möchte eine Krippe für behinderte Kinder eröffnen, die sich von den Beiträgen der Eltern der Kinder finanzieren soll.

Traum vom eigenen Labor

In Togo gibt es bislang nur eine Einrichtung, die behinderte Kinder aufnimmt und diese hat die Grenzen ihrer Aufnahmekapazität bereits erreicht. Hawah Hazemdji plant, mit ihrem Mann, der ebenfalls Laborarzt ist und in einem Labor arbeitet, ein eigenes Labor zu gründen. In Lomé fehlt es an qualifizierten Labors für die gängigen gesundheitlichen Analysen.

Hawahs Mann will sich sowohl finanziell an der Neugründung beteiligen, als auch durch seine Erfahrungen, die er bereits bei einer Laborgründung im Krankenhaus gesammelt hat. Studitogo möchte die beiden mit einer Anschubfinanzierung von jeweils 2000 Euro dabei unterstützen und bittet interessierte Menschen um Spenden, da die Mittel des Vereins dafür nicht ausreichen. Wer Hawah und Mireille bei ihren Projekten finanziell helfen möchte, unterstützt dabei ein außergewöhnliches Projekt bei seinem erfolgreichen Abschluss. (nh/ukl)

Informationen im Internet: www.studitogo.com

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