Tempo 10 hat ein Ende: Marode Straße wird ab Oktober ausgebaut

„Tempo 10“ in Gellershausen geht bald als Kuriosum in die Geschichte ein: Im Oktober wird die marode Ortsdurchfahrt ausgebaut, das Pflaster wird durch eine Asphaltfahrbahn ersetzt. Foto: Höhne

Gellershausen. „Tempo 10" gilt seit Mai auf der maroden Ortsdurchfahrt des Edertaler Ortsteils Gellershausen. Schrittgeschwindigkeit wurde auf der Landesstraße 3332 angeordnet, weil damals kein Geld für die Sanierung locker war. Jetzt sind die Tage des Tempolimits gezählt.

„Im Oktober beginnt der Ausbau“, kündigte Bürgermeister Klaus Gier in der Sitzung der Edertaler Gemeindevertretung an. Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Schritten: Drei Wochen sind für den Bauabschnitt auf der Landesstraße vorgesehen, eine Woche ist für den Abzweig der Kreisstraße 39 geplant. Laut Hessen-Mobil können die Bauarbeiten wegen der geringen Fahrbahnbreite nur unter Vollsperrung ausgeführt werden. Gier: „Die notwendigen Umleitungskonzepte sind in Vorbereitung.“

Ortsvorsteher Michael Kopleck nahm die Nachricht mit Genugtuung auf: „Wir freuen uns alle, dass die Straße endlich gemacht wird.“ An Tempo 10 habe sich ohnehin nur eine verschwindend geringe Minderheit gehalten, beobachtete der Ortsvorsteher. „Die meisten fuhren sicher zwischen 20 und 50 km/h.“ Verkehrskontrollen zur Überwachung hat es nach Koplecks Informationen nicht gegeben.

Besonders eilig hatten es Lieferwagen, die meist zügig auf der Rumpelstrecke mit losen Pflastersteinen, abgesenkter Fahrbahn und Schlaglöchern unterwegs waren. Rund 700 Pflastersteine sind bereits aus der Fahrbahn herausgebrochen, an vielen Stellen wurde die Oberfläche notdürftig geflickt.

Eine Herausforderung war die Zeit während der Vollsperrung der Bundesstraße zwischen Hundsdorf und Löhlbach in den Sommerferien. Viele Verkehrsteilnehmer nutzten die Strecke durch das Wesetal. „Da war viel los“, bescheinigte Gellershausens Ortsvorsteher. Inzwischen entspannt sich die Lage im Wesetaldorf. Nach der verordneten Notlösung mit „Tempo 10“ blicken die Gellershäuser wieder „normalen“ Zeiten entgegen. Kopleck zeigt sich deshalb gelassen: „Die vier Wochen kriegen wir auch noch hin.“

Den Stein ins Rollen für den Neubau der Ortsdurchfahrt brachte die Berichterstattung in den heimischen Medien darüber, dass der Landkreis wegen des schlechten baulichen Zustandes der Ortsdurchfahrt Tempo-10-Schilder aufgestellt hat. Land und die Verkehrsbehörde Hessen-Mobil sagten schließlich zu, die Straße doch noch in diesem Jahr zu sanieren.

Trotz ihres miserablen Zustands gehörte die Landesstraße nicht zu den Straßenprojekten, die das Land in der Sanierungsoffensive bis 2022 umsetzen will. Nun ist aber doch Geld dafür da: aus einem finanziellen Puffer für Verkehrsnotstände. Bei den Bauarbeiten wird das Pflaster auf rund 450 Metern ausgebaut, zwischen den bestehenden Abflussrinnen wird eine neue Asphaltfahrbahn eingebaut.

(Von Conny Höhne)

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