Korbacher Ehepaar lebt mit 1200 Nussknackern unter einem Dach

Ganz klein: Filigrane Arbeiten in einer Walnussschale.

Massenhausen. Seit etwa 20 Jahren sammeln Birgit und Karl-Volker Emde Nussknacker. 1200 Stück haben sie schon. Wie es dazu kam, lesen Sie hier.

Einen Teil der etwa 1200 Exponate umfassenden Sammlung stellt das Korbacher Ehepaar im Waldecker Spielzeugmuseum in Massenhausen aus. Pünktlich seit dem 1. Advent können die Besucher des Museums etwa 250 Stoß-, Schraub- und Hebelnussknacker bestaunen.

Nussknacker-Sammlung: Mit einem Nussknacker-Bergmann aus dem Erzgebirge, den Karl-Volker Emde in den Händen hält, begann vor etwa 20 Jahren die Sammelleidenschaft von Birgit und Karl-Volker Emde. Eine Auswahl stellt das Korbacher Ehepaar jetzt im Spielzeugmuseum Massenhausen aus. Foto:  Elke Müller

Die in Glasvitrinen ausgestellten Sammlerstücke geben einen Einblick in die Geschichte dieser Handwerkskunst, deren Ursprung zurück bis ins 15. Jahrhundert reicht. „Als wir vor ungefähr 20 Jahren einen Nussknacker als Bergmann bekamen, begann unser Sammelleidenschaft“, erinnert sich Birgit Emde. „Von da an faszinierten uns Könige und Husaren, Musketiere und Jäger, Nachtwächter und Polizisten.“ Ergänzt wurde die Sammelleidenschaft von nützlichen Küchenhelfern in Zangenform oder zum Schrauben, mit denen man Nüsse knacken kann. Den Schwerpunkt der Sammlung aber haben die figürlichen Hebelknacker, die es seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa gibt. In einer kräftigen Gestalt mit großem Kopf drückt dabei ein rückwärts angebrachter Hebel die Nuss gegen den Oberkiefer der Figur, wodurch sie knackt.

Dargestellt als Bergmann oder Soldat, König oder Räuber können aber auch Weihnachtsmänner oder -frauen und auch sogenannte Groteskfiguren, wie Saurier oder Hunde Nüsse knacken. Der älteste bis heute erhaltene Nussknacker aus Holz in Gestalt eines Bettelmönches stamme aus dem Jahr 1591 und befindet sich im Museum für Volkskunde in Wien, weiß Birgit Emde.

Die Zentren der Herstellung von Nussknackern entstanden in holzreichen Gebirgsgegenden wie den Alpen oder in den Mittelgebirgen, hier vor allem im Erzgebirge, wo diese Handwerkskunst bis heute beheimatet ist.

Neben den unterschiedlichen Figuren, zeigt die Sonderausstellung im Spielzeugmuseum auch exotische Nussknacker, Hobby- und Miniaturarbeiten und eine Auswahl, in der Originale einem Plagiat gegenübergestellt sind.

Auf einem Nussknacker kann man sogar sitzen. An Schautafeln und in allerlei Literatur können die Besucher zahlreiche Informationen über die Nuss, über Nussknackerarten und ihre Hersteller erfahren. Dazu zählt auch die Darstellung des Nussknackers als Hauptfigur in der Musik- und Märchenwelt sowie als Spielzeug in den Kinderzimmern.

Besucht werden kann die Sonderausstellung „Nussknacker bevölkern das Spielzeugmuseum“, die bis 18. Januar zu sehen ist, zu den Öffnungszeiten des Museum, jeweils Mittwoch und Sonntag von 14 bis 16 Uhr. An allen Adventssonntagen hat das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Elke Müller

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.