Eichenlaub will am Montag erstmals zu Geldgeschäften aussagen

Helmut Eichenlaub, Ex-Landrat von Waldeck-Frankenberg, steht seit September vor dem Landgericht Kassel, am 18. Januar will er erstmals aussagen. Zeichung:  Reinckens

Kassel. Bislang hat er zu den Geldgeschäften in der Schweiz geschwiegen, am 18. Januar aber will sich Ex-Landrat Helmut Eichenlaub erstmals im Prozess um Untreue, Betrug, Bestechlichkeit und Provisionen äußern. Dies erklärte Eichenlaubs Anwalt Stefan Bonn am Mittwoch vor dem Landgericht Kassel.

Am ersten Verhandlungstag im neuen Jahr ließ auch der mitangeklagte ehemalige Manager der Sparkasse Waldeck-Frankenberg gestern über seinen Anwalt Dr. Malte Cordes signalisieren, dass er im Prozess am kommenden Montag Stellung nehmen wolle. Die Verhandlung am 18. Januar birgt also Spannung.

Derweil verlas Cordes abermals eine Erklärung, die die Vorwürfe gegen seinen Mandanten widerlegen sollte. Fazit: Der frühere Sparkassenmanager sei weder als Vermittler von Geldanlagen an die „LB Swiss“ beteiligt gewesen noch an Provisionen, die die Schweizer Privatbank an Eichenlaub auszahlte.

Dabei liegt der frühere Sparkassenmann im Clinch mit dem ebenfalls angeklagten früheren Chef der „LB Swiss“, der genau das Gegenteil behauptet: Der Sparkassenmanager habe 2006 die Order gegeben, Provisionen für millionenschwere Geldanlagen an Eichenlaub privat zu zahlen. Insgesamt ging es um zeitweise fast 40 Millionen Euro, die der Landkreis, der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) bei der Privatbank angelegt hatten. Die „LB Swiss“ heißt heute Frankfurter Bankgesellschaft und ist eine Tochterfirma der Landesbank Hessen-Thüringen.

Rechtsanwalt Markus Sittig, Verteidiger des früheren LB-Swiss-Bankers, untermauerte in einer Erklärung derweil die Version seines Mandanten: „Eine Strafbarkeit der Handlungen“ des LB-Swiss-Chefs sei deshalb „nicht ersichtlich“.

Die Urteilsverkündung im Eichenlaub-Prozess verzögert sich wohl auf Ende Februar. (jk)

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