Familie Göbel hilft in dritter Generation beim Skispringen in Willingen

Diese Familie liebt den Wintersport (vorne von links): Heinrich Göbel, Nico Göbel, Madeleine Göbel, Michelle Göbel mit (hinten von links) Angelika Göbel, Heiner Göbel, Hans Rößle, Bettina Göbel. Foto: Laumann

Willingen. Opa Heinrich sorgt für die Verpflegung im Springerturm, Vater Heiner für die Logistik an den Außenständen und Enkelin Michelle springt beim Pausenprogramm von einer Mini-Schanze: Beim Weltcup-Skispringen in Willingen ist Familie Göbel dabei.

Die Göbels helfen bereits in dritter Generation.Den Anfang macht Heinrich. Beim ersten Springen 1946 ist er noch Zuschauer. „Mit dem Pferdeschlitten waren wir da“, sagt er rückblickend. Schon im Jahr drauf packt er mit an. Seine erste Aufgabe: Skier zum Anlauf hochtragen. „Jedes Kind hat einen Ski in die Hand bekommen.“ 

Weil Göbels eine Wäscherei führen, kommt Heinrich später viel rum, fährt von Hotel zu Hotel. Da könnte er doch gleich auch das Essen mit zur Schanze bringen, ist damals die Idee. Gesagt, getan. Heinrich fährt nicht nur das Essen, er überlegt sich auch den Speiseplan. Einen Tag gibt es Erbseneintopf, am anderen Reiseintopf. „Ich bin vormittags zur Schanze gefahren und habe geschätzt, wie viele Helfer da sind, dann habe ich das Essen bestellt“, erklärt Heinrich Göbel.

Um die Wurst geht es bei Sohn Heiner (46). Senf, Ketchup, Grillzeug - er behält die Logistik an den Außenständen im Blick. „Schließlich muss am Sonntag auch noch jeder Gast an jedem Stand ein Bier trinken können“, sagt er. Auf der anderen Seite des Tresens stand er beim Skispringen 1994. „Im Zelt haben wir uns kennengelernt“, sagt seine Frau Bettina. Es war der Sonntagabend nach dem Springen. „Wir haben uns gesehen und es hat gefunkt“, erzählt die gebürtige Heringhäuserin. Und SCW-Präsident Jürgen Hensel „hat auch ein bisschen zu verantworten, dass wir zusammengekommen sind“.

Quasi nebenbei ist Heinrich Göbels Tochter Angelika (48) zu ihrem ersten Weltcup-Job gekommen. Sie sollte nur mal kurz die Fahrdienstleitung übernehmen. Aus wenigen Minuten ist eine ehrenamtliche Aufgabe über viele Jahre geworden. Inzwischen kümmert sie sich um die Verpflegung auf dem Kampfrichterturm. 

In den Pausen hat Angelikas Nichte Michelle (9) ihren großen Auftritt. Sie springt mit der Trainingsgruppe von einer Mini-Schanze. Aufregung kennt Michelle aber nicht. Genauso wie der Rest der Familie. „Wir haben keinen Stress, wir haben nur Termine“, sind sich die Göbels einig. Für sie gehört der Weltcup dazu: „Jeder weiß, was er zu tun hat.“

Von Anke Laumann

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