Erste 220 Flüchtlinge ziehen in Notunterkünfte - Gemünden wartet

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Ankunft in der Kreisstadt: Bis zu 300 Asylsuchende können in der Sporthalle der Beruflichen Schulen untergebracht werden. Die ersten 50 Flüchtlinge trafen am Freitagnachmittag in Korbach ein.

Waldeck-Frankenberg. Die ersten 170 Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sind in der Nacht zum Freitag in der Notaufnahmeeinrichtung in Mengeringhausen eingetroffen. In Korbach kamen am Freitagnachmittag die ersten 50 Flüchtlinge an.

In Mengeringhausen ist in den vergangenen beiden Tagen eine Stadt in der Stadt entstanden. Der Bereich um die drei Hallen am Rande der Altstadt wurde umzäunt. Der Sichtschutz wirkt befremdlich, dient aber dem Schutz der nach einer langen Odyssee eintreffenden Menschen. Sie sollen hier, getrennt nach allein reisenden Männern, Frauen und Familien zur Ruhe kommen.

Zeitweise waren bis zu 400 Flüchtlinge angekündigt. Inzwischen scheint aber festzustehen, dass maximal 250 Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsregionen in Syrien, Afghanistan und Irak nach Mengeringhausen kommen, ausdrücklich keine Menschen aus dem Balkan.

Wie lange die Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen in Mengeringhausen in Betrieb sein wird, kann derzeit niemand sagen. Der Standort ist eigentlich wegen der unmittelbaren Nähe zur Grundschule nicht geeignet. Bürgermeister Jürgen van der Horst und Landrat Dr. Reinhard Kubat erklärten in Mengeringhausen, dass sie aufgrund einer Anweisung nach dem Katastrophenschutzgesetz vom Innenministerium gezwungen worden seien, Notunterkünfte für bis zu 1000 Personen bereitzustellen. Es sei eine unglaubliche logistische Herausforderung gewesen, diese Plätze in Mengeringhausen, Korbach und Gemünden einzurichten,

Der Kreis geht davon aus, dass die Sport- und Kulturhalle Gemünden noch nicht belegt wird. Da es sich aber um einen fließenden Prozess handele, könne jederzeit der „Marschbefehl“ des vom Landkreis eingerufenen Krisenstabes kommen, hieß es.

Übrigens: Die Einrichtung der Flüchtlingsaufnahmestellen in Mengeringhausen, Korbach und Gemünden erfolgte nach Anweisung des hessischen Innenministers unter Berufung auf das Katastrophenschutzgesetz. In diesem Fall werden die sonst üblichen rechtlichen Standards außer Kraft gesetzt. Umso mehr erstaunt es, dass am Freitag aus Wiesbaden verlautete, dass die fertig eingerichteten Unterkünfte nunmehr als Außenstelle der Erstaufnahmestelle Gießen firmieren.

Wäre von Anfang an von einer Außenstelle die Rede gewesen, hätten Kreis und Stadt Verträge aushandeln können. So stellt sich die Frage: Wurden hier etwa die Kommunen vom Land ausgetrickst? (es/tk)

Ein Video von der WLZ dazu:

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