Stellungnahme der Partei

Fall Pillardy: Die Linke ruft Junge Liberale zur Besonnenheit auf

Der 21-jährige Henricus Pillardy fordert Bürgeremsiter Harmut Linnekugel bei der Wahl am 6. März 2016 heraus. Foto: Elmar Schulten

Waldeck-Frankenberg. Jetzt äußert sich auch die Partei „Die Linke" in Waldeck-Frankenberg zur Diskussion um den Volkmarser Bürgermeisterkandidaten Henricus Pillardy, gegen den derzeit wegen Volksverhetzung ermittelt wird.

Zur Erinnerung: Die Jungen Liberalen (JuLi) in Waldeck-Frankenberg hatten sich vor etwas mehr als einer Woche überrascht darüber gezeigt, dass Pillardy auf der Kreistagsliste der Linken zu finden ist. Sie forderten die Partei zu einer Stellungnahme auf.

Diese liegt nun vor: „Geht es bei den Konstruktionen von Vorwürfen und daraus abgeleiteten Forderungen an Die Linke nicht auch eine Nummer kleiner, da Sie sich auf einen Vorgang außerhalb unserer Kandidatenliste beziehen?“, fragt Linken-Kreisvorsitzender Reiner Boulnois. Er fügt hinzu: „Denn dass es bei dem Auftritt von Herrn Pillardy im Rahmen seines Wahlantritts als Bürgermeisterkandidat in Volkmarsen um Satire geht, haben ja auch die Jungen Liberalen erkannt. Wir erinnern uns: in den Diskussionen um das Attentat auf das französische Satiremagazin Charly Hebdo Anfang letzten Jahres war doch ein Ergebnis die allgemeine Aussage: Satire darf alles.“ Ob gelungen oder grenzwertig, gerade auch wenn es weh tue. „Wollen nun die Jungen Liberalen in unserem Landkreis wirklich Grenzen für Satire einfordern?“

Viel wichtiger sei den Linken die Auseinandersetzung um zukunftsfähige Strukturen auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen. „Im Fokus der Arbeit unserer Partei im Landkreis steht unumstritten der Einsatz für Lösungen sozialer und ökologischer Probleme, die vielen Menschen im Landkreis auf den Nägeln brennen und die auch im Rahmen der Möglichkeiten des Landkreises umzusetzen sind“, sagt Boulnois. Dabei stehe die Partei „Die Linke“ in einer antifaschistischen, antirassistischen und antimilitaristischen Tradition. „Wir sind gerne bereit, mit den Kritikern über unsere politischen und gesellschaftlichen Forderungen wie Kriege beenden, Rassismus stoppen, Flüchtlingen helfen und vieles andere zu diskutieren.“

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