Nordhessen liegt unter gesamtdeutschem Durchschnitt

Fast jeder Zehnte in Waldeck-Frankenberg ist überschuldet

Waldeck-Frankenberg. Vor allem in Bad Wildungen, Volkmarsen und Bad Arolsen können viele ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen.

Die drei Kommunen sind Schlusslichter in der aktuellen Schulden-Rangliste der Wirtschaftsauskunftei Creditreform für Waldeck-Frankenberg. Insgesamt stagniert die Überschuldung im Landkreis auf hohem Niveau.

Die Creditreform Kassel hat die Überschuldung in Nordhessen untersucht. Im Ergebnis liegt Waldeck-Frankenberg mit einer Schuldnerquote von 9,97 Prozent knapp unterhalb des gesamtdeutschen Durchschnitts von 10,06 Prozent. Trotz dieses noch erfreulichen Resultats gibt es einige negative Ausreißer. Insbesondere die Mittelzentren sind von Überschuldung stärker betroffen.

Korbach (10,21 Prozent), Bad Arolsen (11,18) und Bad Wildungen (12,29) liegen allesamt über dem Bundesschnitt. Nur Frankenberg steht mit 9,67 Prozent besser dar. Die solventeren Einwohner haben die ländlichen Kommunen im Landkreis: Rosenthal (6,97), Frankenau (7,19) und Allendorf (7,40) führen die Creditreform-Rangliste an.

Deutschlandweit ist die Überschuldung von Privatpersonen 2016 zum dritten Mal in Folge und deutlicher als erwartet angestiegen. Rund 6,8 Millionen Bundesbürger über 18 Jahre sind demnach überschuldet. Auch jeder zehnte Hesse ist aktuell überschuldet.

Der Faktor Arbeitslosigkeit – wenn auch stark rückläufig – sticht laut Creditreform als Hauptgrund für Überschuldung heraus. Spürbar zugenommen haben Gründe wie Erkrankung und Sucht. Anlass zur Sorge gibt die steigende Altersarmut. Sebastian Schlegel (Creditreform Kassel) sagt: „Auffällig ist, dass gerade das Leistungsniveau der Rentenversicherung nicht verhindern kann, dass immer mehr ältere Menschen auf Grundsicherung angewiesen sind oder die Armutsrisikoschwelle unterschreiten.“

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