Großaufgebot der Polizei im Einsatz

Festnahme in Wetterburg: Mann bedrohte Busfahrer mit Gewehr

Korbach/Wetterburg. Mehrere Vorfälle mit Schusswaffengebrauch, Drohungen und Sachbeschädigung in Korbach und im Bereich Bad Arolsen haben zu Festnahmen und letztlich zu einem Großeinsatz der Polizei geführt.

Einer der Täter hielt einem anderen Mann in Korbach eine Pistole an den Kopf, ein anderer schoss mit einer Luftdruckwaffe, die einem scharfen Gewehr laut Polizei täuschend echt sah, auf einen Bus. An den Vorfällen waren laut Polizei drei Täter beteiligt, einer davon bei Redaktionsschluss am Freitagabend noch auf freiem Fuß. Der Großeinsatz am Freitag war ausgelöst worden, nachdem ein 25-Jähriger aus Bad Arolsen mit einem echt aussehenden schwarzen Sturmgewehr mit Zielfernrohr und Schalldämpfer einen Busfahrer bedroht hatte. Laut Polizei war der 37-jährige Fahrer war mit dem Linienbus der Linie 505 von Bad Arolsen in Richtung Volkmarsen unterwegs. In dem Bus befanden sich keine Fahrgäste. Kurz vor Erreichen der Bushaltestelle Remmerker Feld sprang um 5.22 Uhr plötzlich ein Mann in Begleitung eines größeren Mischlingshundes auf die Straße und bedrohte den Busfahrer mit dem Gewehr.

Nach einer Vollbremsung kam der Bus etwa einen Meter vor dem Mann zum Stehen. Mit dem Gewehr wies der unbekannte Mann den Busfahrer an, die Tür zu öffnen. Als der Mann dann Richtung Tür ging, gab der Busfahrer Gas und brauste davon. Wütend schrie der Räuber hinter dem Bus her und gab auch einen Schuss aus dem Gewehr ab, berichtet die Polizei weiter.

Wie sich späterherausstelle, handelte es sich bei der Waffe nicht um ein scharfes Gewehr, sondern um eine täuschend echt aussehende Luftdruckwaffe. Sofort meldete der Busfahrer diesen Vorfall bei der Polizei. Alle verfügbaren Einsatzkräfte wurden daraufhin nach Bad Arolsen beordert. Straßen wurden weiträumig abgesperrt und auch der Bahnverkehr teilweise eingestellt. Noch bevor die angeforderten Hubschrauber undSpezialkräfte am Einsatzort eintrafen, konnte der Mann um 7.04 Uhr von Polizeikräften in Wetterburg festgenommen und gefesselt werden.

Dem Großeinsatz mit Festnahme am Freitag in Wetterburg war eine Serie von Taten vorausgegangen, wie die Polizei ermittelt hat.

Hier ein Überblick:

• Ihren Ausgang nahm die Geschichte am Donnerstagvormittag in Korbach. Dort hielt ein ein 39-Jähriger aus Bad Arolsen um 10.25 Uhr im Wendehammer vor der Korbacher Agentur für Arbeit. Seine Freundin hatte dort einen Termin. Zufällig traf er dort auf einen alten Bekannten, der noch Geldforderungen an ihn hatte. Sofort lief dieser Mann, ein 38-Jähriger aus Bad Arolsen), auf das Auto des Geschädigten zu und riss die Fahrertür auf.

Zwei weitere Männer in seiner Begleitung blockierten das Auto des Geschädigten, um ihn am Wegfahren zu hindern. Lautstark forderte der 38-Jährige seine Schulden ein, schlug dem Geschädigten mehrfach ins Gesicht und versuchte ihn aus dem Fahrzeug zu zerren, was aber misslang. Daraufhin zückte der mutmaßliche Räuber ein schwarze Pistole und hielt sie dem Geschädigten an den Kopf. Einer kam in U-Haft

Erst als dieser versicherte, das geforderte Geld zu besorgen, ließ der Täter von ihm ab. Alle drei Männer verschwanden daraufhin in einem weißen PKW. Die polizeilichen Fahndungsmaßnahmen führten dann schnell zum Erfolg. Die drei Männer konnten in einer Wohnung in Bad Arolsen widerstandslos festgenommen werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Kassel wurde der 38-jährige aus Bad Arolsen am Freitag dem Haftrichter in Korbach vorgeführt, der einen U-Haftbefehl erließ. Seine beiden Mittäter wurden am Donnerstagabend noch auf freien Fuß gesetzt.

• Sie sollten aber kurze Zeit später wieder auffällig werden. Am sehr frühen Freitagmorgen, 1.20 Uhr, waren zwei junge Bad Arolser mit einem PKW in der Korbacher Straße unterwegs. Sie wollten in Richtung Mengeringhausen fahren. Als sie den Thielbachkreisel durchfuhren, stand dort ein Mann mit nacktem Oberkörper mitten auf der Straße und zwang die jungen Bad Arolser zum Anhalten. Ein weiterer Mann stand neben der Fahrbahn. Die beiden Männer forderten die Fahrzeuginsassen schreiend auf, auszusteigen. Zur Verstärkung ihrer Forderung zückten beide Messer, schlugen gegen eine Seitenscheibe und leuchteten mit Taschenlampen in das Fahrzeug. Der junge Bad Arolser schaffte es aber, das Fahrzeug von innen zu verriegeln und an den beiden Männern vorbeizufahren. Sie fuhren direkt zur Polizeistation. Die sofort eingeleiteten Fahrdungsmaßnahmen führten zunächst nicht zum Erfolg.

Später stellte sich heraus, dass es sich zumindest bei einem der Täter um einen der zuvor von der Polizei entlassen Männer aus Arolsen handelt – es war jener Mann, der nach der Bedrohung des Busfahrers schließlich in Wetterburg festgenommen wurde.

• Freitagmorgen um 5 Uhr wurde bei der Polizei in Bad Arolsen eomweoterer Vorfall gemeldet. Eine 50-Jährige aus der Straße Fischhaus meldete eine Sachbeschädigung an der Haustür. Ein junger Mann hatte um 5 Uhr an der Haustür geklingelt. Als die Geschädigte die Haustür einen Spalt öffnete, verlangte der junge Mann mit freiem Oberkörper Futter für seinen großen Mischlingshund. Als die Frau daraufhin die Haustür wieder verschloss, trat der Mann die Glasfüllungen der Haustür ein und verschwand zu Fuß.

Kurz danach kam dann zu dem Vorfall mit dem Bus, der den großen Polizeieinsatz auslöste. (nh/mam)

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