Beschluss im Dezember

Fleischbeschau soll teurer werden - Innung befürchtet Probleme

Waldeck-Frankenberg. Durch eine neue Rechtslage können die Landkreise in Zukunft die Kosten für Schlachttier- und Fleisch-Untersuchungen, die sogenannte Fleischbeschau, neu festlegen.

Die aktualisierte Gebührenordnung soll in einer Kreistagssitzung am 15. Dezember beschlossen werden.

Der Kreis hält die Erhöhung für angemessen. Die Fleischerinnung befürchtet das Aus für kleine Schlachtereien. Bislang wurden die Kosten für den Qualitäts- und Gesundheitstest des Fleisches, den das Veterinäramt vornimmt, auf Grundlage hessischer Gesetze berechnet. Mit dem „Gesetz zur Neuregelung des Gebührenrechts im Bereich Hygiene bei der Gewinnung von Frischfleisch“ vom 25. Oktober haben nun die hessischen Landkreise selbst die Möglichkeit, Gebührenordnungen einzuführen. „Gebühren müssen kostendeckend sein, und das waren sie nach den Vorgaben des Landes bislang nicht“, sagt Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher des Landkreises.

„Wie hoch die Kosten für die Fleischbeschau werden, kann man aber noch nicht sagen, da auf jede Tierart eine eigene Gebühr erhoben und der Preis auch nach der Menge der getesteten Tiere berechnet wird.“ Allerdings würde sich die Preisänderung für den Endverbraucher im „normalen“ Rahmen bewegen, so Wecker. Auch die selbstschlachtenden Betriebe könnten sich die Kosten über den Preis zurückholen.

Anderer Meinung ist Hans-Georg Schneider, Obermeister der Fleischerinnung im Kreis: „Das wird das Aus für einige kleinere Schlachtereien.“ Er rechnet mit mindestens 10 000 Euro, die pro Jahr nun mehr auf die Metzger zukommen. Damit kostendeckend gearbeitet werden kann, steht im Raum, die Gebühr teilweise zu verdoppeln. Das Problem sei, dass man als kleiner Betrieb die Kosten anheben müsse und so einen klaren Nachteil im Wettbewerb mit Großhändlern habe.

Von Maximilian Bülau

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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