Flüchtlinge in fünf Hallen: Logistische Herausforderung für Kreis

Waldeck-Frankenberg. Zelte, Betten, Mobiltoiletten: Um die vom Land zugewiesenen 1000 Flüchtlinge unterzubringen, haben Helfer noch am Mittwochabend damit begonnen, in und an fünf Hallen im Landkreis Gemeinschaftsunterkünfte einzurichten.

Im Laufe des Donnerstags meldeten die Standorte Mengeringhausen (Sporthalle der Nicolai-Schule, städtische Turnhalle, Stadthalle) und Korbach (Sporthalle der Beruflichen Schulen) „Bereitschaft“. Die Sport- und Kulturhalle Gemünden wird nach Angaben von Bürgermeister Frank Gleim frühestens am morgigen Samstag bezugsfertig sein. Dort sorge eine festgestellter Heizungsdefekt für Verzögerung. Der Gemündener Rathauschef hatte sich gestern Vormittag mit seinen Amtskollegen Dirk Junker (Hatzfeld), Klaus Friedrich (Korbach) und Jürgen van der Horst (Bad Arolsen) im Kreishaus zu einer weiteren Krisensitzung getroffen.

Mit Landrat Dr. Reinhard Kubat, Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick sowie Vertretern von Polizei und Hilfsorganisationen erörterten sie dort einmal mehr das weitere Vorgehen bis zur erwarteten Ankunft der 1000 Flüchtlinge. „Wir wissen nicht, woher sie kommen noch haben wir genauere Angaben, in welcher Größenordnung einzelnen Nationalitäten vertreten sind“, berichtete Landrat Kubat. Daher sei es schwierig, eine nach Herkunftsländern sortierte Aufteilung vorzubereiten. Nicht mehr als 250 Plätze können in Gemünden eingerichtet werden. Entsprechend sollen bis zu 750 Flüchtlinge in Mengeringhausen und Korbach Aufnahme finden. Mit dem Hessischen Sozialministerium sei abgesprochen, dass erst nach Abschluss der Vorbereitungen in den Hallen Busse mit Flüchtlingen Richtung Waldeck-Frankenberg starten. Nach Angaben des Bad Arolser Bürgermeisters van der Horst stehen sechs bis zehn Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes an jedem Standort im Schichtdienst rund um die Uhr im Einsatz, unterstützt durch Polizeibeamte und Hilfspolizisten. Babynahrung, Bettwäsche, Hygieneartikel und Geschirr müssen für 1000 Menschen zur Verfügung stehen. Nicht nur deshalb spricht Korbachs Bürgermeister Friedrich von einer „logistischen Herausforderung“, die Kreis und Kommunen im „engen Schulterschluss“ zu bewältigen haben.

Von einer am Ende „einvernehmlichen, aber nicht einfachen Standort-Entscheidung“ sprach Landrat Dr. Kubat. Im Klaren sind sich die Kommunalen Verwaltungschefs ebenfalls darüber, dass die Suche nach Unterkünften auf weitere Hallen, Gemeinschaftshäuser, leer stehende Gewerbe-Immobilien oder Gaststätten ausgedehnt werden muss. Denn unabhängig von der Sonderzuweisung hat das Land das reguläre Kontingent erhöht, so Landrat Kubat gegenüber unserer Zeitung, von 50 auf 100 Flüchtlinge pro Woche.

Von Thomas Kobbe

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Rubriklistenbild: © dpa

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