Frau vor Gericht: Nicht existierende Villa auf Mallorca vermietet

Waldeck-Frankenberg. Eine Luxusvilla auf Mallorca soll sie mit ihrem Lebensgefährten vermietet haben, obwohl es dieses Haus nicht gab. Eine Frau musste sich deshalb vor Gericht verantworten.

Zu anderthalb Jahren auf Bewährung wurde sie schließlich im Amtsgericht Korbach verurteilt.

Vorausgegangen waren mehrere Verhandlungstage, bei denen auch Geschädigte aussagten. Einige von ihnen hatten Geld für den Urlaub in der nicht existierenden Villa angezahlt, manche hatten sogar die komplette Summe überwiesen und waren nach Mallorca geflogen, ehe der Schwindel aufflog. 18 Personen waren geschädigt worden.

In Zeitungsannoncen in ganz Deutschland war für die Finca geworben worden, angegeben war stets eine Handy-nummer. Dort meldete sich meist der mittlerweile verstorbene Lebensgefährte der Angeklagten. Sie habe gedacht, dass die Villa tatsächlich existiere, hatte die Angeklagte im Verlauf der Verhandlung gesagt. Mit den Geschäften habe sie aber nix zu tun gehabt.

Dies glaubte das Schöffengericht nicht. Mehrere Zeugen hatten zuvor ausgesagt, dass sie auch mit einer Frau am Telefon gesprochen hatten. Unter anderem fanden die Telefonate am Twistesee statt. Dort hatte sich die Frau mit ihrem Lebensgefährten für einige Wochen in einem Ferienhaus eingemietet, um Papiere, die ihm gestohlen worden waren, zu ersetzen. Eigentlich wohnte das Paar seit Jahren in Spanien.

Kurios: Die Angeklagte kannte ihren Lebensgefährten angeblich unter einem falschen Namen, seinen wirklichen Namen will sie erst nach dessen Tod herausgefunden haben. Eine „ziemlich fantasievolle Geschichte“, befand die Staatsanwältin. Dass sie von den Geschäften nichts gewusst habe, sah sie als Schutzbehauptung an.

Der Lebensgefährte, der an einem Herzinfarkt gestorben war, hatte wohl mehr als 30 Alias-Namen und war bereits 13 Mal wegen Betrugs verurteilt worden. Die angeklagte Frau war dagegen bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Für sie foderte der Verteidiger einen Freispruch.

Das Schöffengericht verurteilte die Frau schließlich wegen gewerblichen Betrugs zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Auch ein Handyvertrag, der abgeschlossen, aber nie gezahlt wurde, fiel mit in das Urteil.

Neben der Bewährungsstrafe wurde sie außerdem zur Zahlung von 1800 Euro in Raten an die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg verurteilt. (ren)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.