40 Schwimmer beim Neujahrsschwimmen - Veranstaltung scheint gerettet

Gaudi im eiskalten See

Nun aber schnell wieder raus: Das kurze Bad bei Tiefsttemperaturen war für diese Jugendlichen bereits genug. Fotos:  Markus Berger

hemfurth/edersee. Schnee und Eis säumen den Wald, die Dörfer, das klirrend kalte Gewässer. Es ist Neujahr, minus zwei Grad, leichter Schneefall. Für hartgesottene Schwimmer ist das nach einer langen Silvesternacht genau richtig, um sich in den eisigen Edersee zum Neujahrsschwimmen zu stürzen. Bei etwa vier Grad Celsius Wassertemperatur frönten 40 Schwimmer ihrer Schwimmleidenschaft.

Seit vier Jahren treffen sich dort eben jene Extremsportler zum Neujahrsschwimmen. Extremsportler? „Nicht unbedingt“, sagt Andreas Happich vom Orgateam der Badeveranstaltung. „Es geht uns darum, den Edersee und das Feriengebiet auch im Winter für Touristen und Einheimische attraktiv zu machen.“ Und die Eisschwimmer seien zwar durchaus durchtrainierte Typen. Aber echte Extremsportler eher nicht. Sondern vielmehr gut gelaunte Menschen, die für eine Gaudi zu haben sind. Und eine Gaudi – das war das Neujahrsschwimmen wirklich. Hunderte von Besuchern waren gekommen, um sich das Spektakel anzuschauen. Über 40 Schwimmer kamen und stürzten sich in den Edersee. Die einen, gänzlich hart gesotten, um tatsächlich ein paar Runden zu ziehen - und andere, die nach einem kurzen Bad im schaurig kalten Ederwasser flugs wieder in die wärmenden Klamotten schlüpften.

Dem wahrhaftigen Tiefkühlwetter setzte das Begleitprogramm des Neujahrsschwimmens einige heiße Nuancen entgegen. So bot der 15-jährige Kai Brandenstein aus Hemfurth dem durchgefrorenen Publikum eine gekonnte Wasserski-Choreografie, der Feuerschlucker Rainer Krippner demonstrierte seine Kunst in Badehosen. Am Rande des Geschehens warfen sich außerdem Fernsehheld Bob der Baumeister und ein Schornsteinfeger in den Edersee. „Der ist unser Glückssymbol und soll uns ein erfolgreiches Jahr bescheren“, sagte Andreas Happich, der mit dafür gesorgt hatte, dass das Neujahrsschwimmen in diesem Jahr überhaupt stattfinden konnte. Denn das stand für einige Zeit auf der Kippe. Weil sich zunächst niemand fand, der die Organisation übernehmen wollte (die HNA berichtete). Dann sprang Andreas Happich in die Bresche. Und nahm mit etwa 30 Hemfurthern das Zepter in die Hand. Und er verspricht: „Wir wollen die Gaudi auf jeden Fall am Leben halten – denn das ist einfach eine tolle Sache.“ Und damit scheint er Recht zu haben. Die Zahl der Besucher, die sich gestern am Edersee eingefunden hatten, sprach eine deutliche Sprache.

Ein Video vom Neujahrsschwimmen finden Sie unter www.hna.de/video

Von Markus Berger

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