Weniger Bürokratie und mehr Schulsozialarbeit gefordert

Gewerkschaft in Fritzlar: Schulen stehen vor dem Kollaps

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Integration und Inklusion als Herausforderungen: Aus Sicht der GEW mangelt es an Förderfachkräften und Schulsozialarbeitern. Unser Bild zeigt die Schule am Wildunger Breiten Hagen.

Waldeck-Frankenberg. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Schulamtsbezirk Fritzlar sieht alle Schulformen wegen Personalmangels und zusätzlicher Aufgaben am Rande eines Kollaps.

Um den Zusammenbruch angesichts neuer Herausforderungen wie Inklusion oder Integration von Flüchtlingskindern zu verhindern, stellten die GEW-Lehrerinnen und Lehrer in Fritzlar öffentlich Forderungen an das Land Hessen auf.

„Zur Unterstützung brauchen wir zusätzlich an den Schulen Expertenteams anderer Berufsgruppen: Förderfachkräfte, Logopäden, Ergotherapeuten und allen voran Schulsozialarbeiter“, verlangt Bodo Hoffmann-Thomschewski vom GEW-Kreisverband Melsungen/Fritzlar unter dem Stichwort „Multiprofessionelle Teams“. Jede Schule benötige einen Sozialarbeiter, da Lehrer nicht für die vielen unterrichtsfremden Aufgaben ausgebildet seien, die Schulen mittlerweile erfüllten.

Das erfordert Zeit und Geld. Im Gegensatz zur zweiten Forderung, die GEW-Sprecher Helmut Schmidt-Biermann (Edertal) formuliert: „30 Prozent unserer Arbeit ließen sich sofort ohne Qualitätsverlust für den Unterricht streichen.“ Er nennt Schulinspektionen oder überbordende Dokumentationspflichten als Beispiel. In der aktuellen Lage würde das Kultusministerium durch ein Aussetzen bürokratischer Vorschriften Lehrern Luft verschaffen, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Um „den in Nordhessen leer gefegten Lehrkräftemarkt zu beleben“, verlangt die GEW das Entfristen aller befristeten Verträge, denn viele junge Kollegen wanderten wegen attraktiverer Konditionen ins benachbarte Niedersachsen ab. Zudem müsse die reale Wochenstundenzahl, die weit jenseits der 40 liege, reduziert werden, damit nicht noch mehr Lehrerinnen und Lehrer vor dem steigenden Druck in die Teilzeit ausweichen.

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