Gräben helfen gegen Flut

Bauhof: Unbürokratische Hilfe gegen neue Wassermassen in Nieder-Schleidern

Nieder-Schleidern. Die letzten Sandsäcke liegen noch am Straßenrand. Sie erinnern daran, dass Nieder-Schleidern im September zweimal von Schlammlawinen heimgesucht wurde. Ein Blick in den Ort knapp zwei Monate später.

Überschwemmungen waren früher für den Ort im Aartal nicht ungewöhnlich. Bis in die 60er Jahre trat der Bach über die Ufer. Dass das Wasser diesmal aber vom Berg kam und nicht aus dem Bach, das war für Ortsvorsteher Helmut Jäger-Keuling neu.

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Mit tatkräftiger Unterstützung von Feuerwehr und städtischem Bauhof machten sich die betroffenen Bewohner ans Aufräumen. Neben dem schnellen Einsatz direkt nach der Schlammlawine ist man über die städtische Unterstützung froh, um solche Fälle künftig möglichst zu verhindern, sagte Jäger-Keuling. So haben Bauhof-Mitarbeiter einige Gräben oberhalb des Dorfes freigelegt oder neu angelegt, so dass Wasser auch in großen Mengen künftig besser abfließen kann, erklärte der Ortsvorsteher. Das hatte der städtische Betriebshofleiter Friedhelm Schmidt unter anderem in der Stadtverordnetensitzung angekündigt.

Jäger-Keuling führt die Schlammlawine auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurück.

Viel mehr Regen als im Dorf 

Am Berg Hardt muss es sowohl am 6. als auch am 20. September massive Niederschläge gegeben haben. Deutlich mehr als unten im Dorf, wo immerhin noch 30 Liter pro Quadratmeter gefallen waren. Ein großer Teil des Starkregens floss über zwei Felder ab, die erst kurz zuvor bearbeitet worden waren.Deswegen gab es dort nicht genügend Bewuchs, der die Wassermassen hätte aufhalten können. Und so bahnten sich Wasser und Erde den Weg ins Dorf. Knapp zehn Häuser waren beim ersten Starkregen betroffen, deren Keller von der braunen Brühe überflutet wurden. Etwas glimpflicher ging es zwei Wochen später ab, betroffen waren aber wieder die gleichen Grundstücke.

Jäger-Keuling hat auch mit den Landwirten im Ort gesprochen. Sie wollen die Flächen auf den Hängen künftig so bewirtschaften, dass sie zumindest teilweise bewachsen sind. So soll ein möglicher neuer Starkregen schon oberhalb des Dorfes gebremst werden, erklärte der Ortsvorsteher.

Von Bernd Schünemann

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