132 Feuerwehrleute im Einsatz

Großbrand zerstört Bauernhof in Twiste - Fünf Menschen verletzt

Twiste. Bei einem Großbrand sind in der Nacht zu Dienstag eine Scheune und ein angrenzendes Wohnhaus zerstört worden. 132 Feuerwehrleute waren bei dem Feuer in der Twister Ortsmitte im Einsatz. Die Bewohner des Hauses hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Zu einem Großbrand in der Twister Ortsmitte sind in der Nacht zu Dienstag die Feuerwehren aus Twistetal, Bad Arolsen und Korbach gerufen worden. Eine Scheune und Teile des angrenzenden Wohnhauses fielen den Flammen zum Opfer. Die Alarmierung erfolgte gegen 0.50 Uhr. Fünf Menschen wurden verletzt, eines der zwei untergebrachten Pferde starb.

„Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand die Scheune bereits in Vollbrand”, sagte Einsatzleiter Volker Bangert. Auch hätten ein Trakt des Wohnhauses sowie eine ebenfalls an die Scheune angrenzende Werkstatt bereits in Flammen gestanden, ergänzte der Twistetaler Gemeindebrandinspektor. Die Bewohner, ein 61 und 56 Jahre altes Ehepaar mit der 83-jährigen Mutter, hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Wohnhaus befreit. Zwei Helfer wurden beim Versuch, die Pferde zu retten, verletzt. Darunter ein Feuerwehrmann. Die 83-Jährige erlitt einen Schwächeanfall. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch den Spitzboden des Wohnhauses, auf dem unter anderem Getreide gelagert war.

Aktualisiert um 17.30 Uhr

Im Einsatz waren alle Twistetaler Ortsteilwehren, ein Gerätewagen Atemschutz der Korbacher Feuerwehr und die Bad Arolser Feuerwehr mit der Drehleiter. Noch in der Nacht begannen die Feuerwehrleute, einsturzgefährdete Teile der Scheune abzureißen. Im Einsatz waren 132 Feuerwehrleute.

Großbrand zerstört Bauernhof

Großbrand zerstört Bauernhof in Twiste

Die Bundesstraße 252 wurde um Twistetal weiträumig gesperrt, auch war die Nutzung der Gleise durch die Regionalbahn nicht möglich. Der Bahnverkehr zwischen Bad Arolsen und Korbach wurde zwischenzeitlich eingestellt, mittlerweile ist die Strecke wieder freigegeben. Die Bundesstraße war ab 7 Uhr wieder befahrbar.

Die Nachlöscharbeiten werden nach den Schätzungen Bangerts noch bis in den frühen Morgen andauern. Zur Ursache des Feuers ist bislang nichts bekannt, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen noch in der Nacht aufgenommen. Laut Polizei wird erst in den nächsten Tagen mit einem Ergebnis zu rechnen sein.

Der Schaden wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.

Traurig und noch immer geschockt sind am Tag nach dem großen Feuer die Besitzers des Hofes, der in der Nacht zu Dienstag in Twiste brannte. Aber auch froh, dass nicht noch mehr passiert ist. Die Besitzerin hat sich Brandverletzungen bei der Rettung ihrer Tiere zugezogen. Ein Pferd konnte zu ihrem Bedauern nicht gerettet werden.

Aufmerksame Nachbarn hatten die Hofbesitzer in der Nacht auf das Feuer aufmerksam gemacht – dann ging alles ganz schnell. Über 130 Einsatzkräfte waren vor Ort, Einsatzleiter war der Twistetaler Gemeindbrandinspektor Volker Bangert.

Auch am nächsten Tag ist Bangert noch mit einer Gruppe von ungefähr zehn Einsatzkräften vor Ort. Restlöscharbeiten sind noch zu erledigen. Das Feuer ist zäh. Einige Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung haben bereits mit Baggern das Stroh auseinander gezogen. Problematisch waren die gepressten Strohballen. Das Löschwasser dringt nicht bis in das dicht gepresste Stroh vor. Deshalb wurde dem Wasser ein Spezialmittel (Netzmittel) beigemischt, das die Wasseroberflächenspannung bricht. So sickert das Wasser ein, es werden auch die letzten Glutnester vernichtet

Während der Löscharbeiten halfen auch viele Nachbarn wo sie nur konnten, kochten Kaffee, reichten kühle Getränke. Sie unterstützten den Einsatz der Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. „Unglaublich, was die heute Nacht geleistet haben“, sagte die Hofbesitzerin am nächsten Tag dankbar. Und im gleichen Augenblick kommt erneut eine Nachbarin mit Kaffee und Gebäck.

(ld/kme/sal)

Weitere Informationen folgen im Laufe des Tages.

Rubriklistenbild: © Wüllner

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