Windräder, Stromtrasse und Salzpipeline

Großprojekte wie Windräder und Stromtrasse könnten Tourismus schaden

Waldeck-Frankenberg. Immer mehr Windräder, die mögliche Stromtrasse SuedLink, die geplante Salzpipeline von K+S, drohendes Fracking: Der Regionalverband Kassel-Land warnt vor einer dramatischen Veränderung des Naturraums in Nordhessen.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind Experten zurückhaltender. Dennoch könnten die Veränderungen auch Auswirkungen auf den Tourismus in der Region haben.

„Wenn das alles käme, dann wäre die Region entstellt“, sagt Reiner Merkel vom Regionalverband Kassel-Land. Eine Verstümmelung der Landschaft durch die genannten Großprojekte würde die touristische Entwicklung zumindest gefährden, so der Touristikmanager.

Klaus Dieter Brandstetter, Geschäftsführer des Touristik Service Waldeck-Ederbergland, weiß, dass manche Gäste gerade die Windräder als störend empfinden. Konkrete Zahlen lassen sich aber nicht nennen, da unterschiedliche Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. „Es gibt aber eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte“, sagt Brandstetter. Schöne Aussichten seien tot, wenn zu viele Windräder gebaut würden. Dies könne dann negative Auswirkungen haben.

In Sachen Salzpipeline und Stromtrasse macht sich Brandstetter keine Sorgen, schließlich seien diese Projekte derzeit erst in der Planung und würden den Landkreis dann nur am Rande betreffen.

Auch in der Tourismus-Hochburg Willingen blickt man gelassen auf Stromtrasse & Co.: „Willingen ist in vielen Dingen ausgeklammert“, sagt Ernst Kesper, Leiter der Tourist-Info. Dass Windräder stören könnten, sobald sie zertifizierte Qualitätswanderwege betreffen, ist für Kesper allerdings vorstellbar. „Es ist eine Frage der Menge“, sagt der Tourismus-Experte. Bisher sei das aber nicht der Fall. Kesper ist sich sicher, dass die Willinger Höhenlagen nicht für Windkraft oder Ähnliches in Frage kommen. (ren/ant)

Rubriklistenbild: © picture alliance / ZB

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