Handwerk will Flüchtlinge ausbilden: Familiäre Strukturen erleichtern Eingliederung

Waldeck-Frankenberg. Eine qualifizierte Berufsausbildung für Flüchtlinge? „Das Handwerk ist offen für sie, ihre Integration ist für uns eine Herausforderung im positiven Sinne“, betont der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Gerhard Brühl.

Auch Friedrich Schüttler vom Korbacher Berufsförderungswerk des Handwerks sieht große Chancen: „Sie sind in Waldeck-Frankenberg gut aufgehoben, es gibt bei uns viele Arbeitsplätze.“

Das Handwerk übernimmt sogar eine Vorreiterrolle: Mit dem bundesweit beachteten Projekt „Flüchtlinge und Asylbewerber ins Bauhandwerk“ wird derzeit eine erste Gruppe fit gemacht für eine Lehre. „Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingt nur mit ihrer Qualifizierung“, hebt Brühl hervor.

Doch sie dauert: Er schätzt, dass es fünf Jahre braucht, bis den Betrieben ausgebildete Fachleute zur Verfügung stehen. „Die Sprache ist der entscheidende Punkt“: Ohne solide Deutschkenntnisse seien sie als Lehrlinge nicht in der Lage, die Ausbildungsanforderungen zu bewältigen.

Menschlich macht sich Brühl wenig Sorgen: „Das Handwerk wird sich mit den Flüchtlingen relativ leicht tun“, schätzt er. Die Betriebe hätten familiäre Strukturen, das erleichtere die Eingliederung. Ob Inhaber, Meister oder Gesellen: „Alle ziehen an einem Strang.“ Allerdings: „Die Menschen müssen sich den hiesigen Strukturen anpassen“, fordert Brühl. „Sie müssen die Lust zur Integration mitbringen, dann wird ihnen auch geholfen.“ Es gebe nicht „den“ Flüchtling, erklärt er. Sie kämen aus anderen Kulturen, aus Ländern mit anderen Arbeitsstrukturen. Syrer mit guter Schulbildung seien ebenso vertreten wie Angehörige von Nomadenvölkern.

Wirtschaftlich seien die Voraussetzungen günstig: „Die Handwerkskonjunktur läuft gut, die Integration wird möglich sein“, urteilt Brühl.

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Von Dr. Karl Schilling

Rubriklistenbild: © dpa

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