Harte Zeiten für Schwäne – Vögel ernähren sich von Rapspflanzen

Ersatznahrungsquelle: Eine Ansammlung von Schwänen auf einem Rapsfeld vor der Kulisse Mehlens. Leserfoto von Michael Grün aus Niedenstein/nh

Edertal. Unterhalb der Staustufe Affoldern wird seit einigen Wochen der Eder-Pegel permanent hoch gehalten. Die im Vergleich zu den Sommermonaten größeren Wassermengen machen Höckerschwänen das Leben schwer. Sie weichen wieder vermehrt auf Rapsfelder aus.

„Wegen des Hochwassers finden die Tiere kaum noch Nahrung im Fluss“, berichtet Wolfgang Lübcke, Vorsitzender des NABU Edertal. Notgedrungenerweise ernährten sich die Tiere zusätzlich von jungen Rapspflanzen. „Wir haben zwischen Affoldern und der Kreisgrenze bei Mandern Ansammlungen von bis zu 125 Schwänen auf den Feldern gezählt“, berichtet Wolfgang Lübcke.

Betroffene Landwirte versuchen die Tiere mit Vogelscheuchen von ihren Feldern zwischen Mehlen und Giflitz sowie zwischen Bergheim und Wellen fernzuhalten. Nach Auskunft des Edertaler NABU-Vorsitzenden scheint dies Wirkung zu zeigen. „So ist mein derzeitiger Eindruck. Hoffentlich bleibt das auch so.“ Ein Verscheuchen der Tiere, beispielsweise mit Schreckschüssen, bewirkten bei den Vögeln einen noch höheren Nahrungsbedarf.

Lübcke: „Wenn die Schwäne wegfliegen verbrauchen sie Energie, die sie wieder durch Nahrung kompensieren müssen.“ Bei den Höckerschwänen in Edertal handelt es sich nach Erkenntnissen von Ornithologen in erster Linie um Zugvögel.

„Wir haben hier nur ganz wenige Brutpaare, die ihre Jungen erfolgreich aufziehen“, erklärt Wolfgang Lübcke. (ukl)

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