Heizen, backen, kochen: Ein Ofen für alle Fälle

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Lecker: Silvia Szelinski hat einen Flammkuchen gemacht. Etwa zehn Minuten muss er in den Römerofen, dann ist er fertig.

Wrexen. Hans-Ulrich von Thenen will weg von fossilen Brennstoffen. Nun ist er dem ein Stück näher gekommen - mit einem Römerofen. Erst wenige hundert Exemplare gibt es davon.

Das Besondere: Mit dem Ofen kann man nicht nur das Haus heizen, sondern auch kochen, backen, garen, grillen und räuchern.

Durch Zufall sind von Thenen und seine Lebensgefährtin Silvia Szelinski bei einer Messe auf den Ofen gestoßen, der in der Pfalz hergestellt wird. Das Paar war schnell begeistert und nach einem Umbau wurde der Ofen im Erdgeschoss des Eigenheims aufgebaut, seit August steht er.

„Aus gepresstem Pfälzer Kalk wurde der Ofen hergestellt“, sagt von Thenen. Die Außenschale erhitzt sich und gibt Wärme ab, genauer gesagt: eine Infrarotstrahlungswärme. Diese habe, so schreibt das Unternehmen Römerofen, „die gleiche Wellenlänge wie die Infrarot-Strahlung der Sonne“.

Im Erdgeschoss des Hauses nutzen von Thenen und Szelinski mittlerweile keine Heizung mehr. Ein Teil der Wärme ziehe außerdem nach oben ins Haus und sorgt dort für eine angenehme Grundtemperatur.

Geringerer Heizölverbrauch

Ofen über drei Etagen: Hans-Ulrich von Thenen an seinem Römerofen.

Für 24 Stunden Wärme, erklärt der 51-Jährige, müsse er zwei Mal Holz auflegen, jeweils rund fünf Kilo. Er rechnet damit, dass sich der Heizölverbrauch so um mehr als die Hälfte reduzieren wird. Generell ist er sicher, dass die Energiekosten der Familie sinken werden. Denn die Wärme des Ofens wird auch fürs Zubereiten von Essen genutzt.

In der unteren Etage, direkt über dem Holz, können Pizza, Brot und Flammkuchen gebacken werden, in der mittleren Etage beispielsweise lassen sich Gerichte garen oder schmoren und im obersten Fach kann geräuchert oder niedriggegart werden. Fische haben sie schon geräuchert, Bratäpfel gebacken oder einfach Wasser fürs Spülen erwärmt.

Silvia Szelinski kocht jetzt oft nicht mehr allein, sondern mit Hilfe ihres Lebensgefährten. Früher ein „Anti-Koch“ gewesen, wie er lachend zugibt, schnippelt er jetzt gern Zutaten und überlegt, was sich noch alles mit dem Ofen zubereiten lässt. Den Herd und den Backofen in ihrer Küche nutzt das Paar mittlerweile kaum noch.

Die Römeröfen werden in Obrigheim in Baden-Württemberg hergestellt. Drei verschiedene Ausführungen gibt es: mit einer Etage, mit zwei und mit drei. Kosten: zwischen 5500 und 10 800 Euro.

Weitere Infos zu dem Ofen gibt es im Internet auf der Seite www.roemerofen.de. Videos zu dem Ofen gibt es auf YouTube.

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