Hilfe aus dem Ausland? Landwirte stehen vor Herausforderungen

Immer weniger Ackerland? Darüber referierte Dr. Günther Lißmann, Dezernatsleiter des RPs Kassel, in Strothe. Foto: Rösner

Strothe. Das Ende der Milchquote, weniger Ackerland und leerstehende Höfe: Die Landwirte in Waldeck-Frankenberg spüren diese Entwicklungen und müssen Lösungen suchen. Das war der Tenor während des Neujahrsempfangs der Kreisbauernverbände am Freitag in Strothe.

Trotz einiger Probleme betonte Karsten Schmal, der durch das Programm führte, wie stark sich die Landwirtschaft in Waldeck-Frankenberg im Vergleich zu anderen Landkreisen entwickelt habe. „Hier gibt es ein sehr gutes Netzwerk“, sagte Schmal, der dem Kreisbauernverband Waldeck vorsteht. Die Landwirtschaft sei eng verzahnt mit Politik, Wirtschaft, Handel und Beratern. Außerdem gebe es viele Landwirte, die gut ausbilden. Dies sichere die Zukunft der Betriebe.

Schmal hatte eine lange Gästeliste mit Menschen aus dem ganzen Landkreis, und er begrüßte viele namentlich. Mit dabei war zudem die Hessische Milchkönigin Svenja I.

Schmal warnte die Gäste vor den Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs auf die Bauernhöfe. „Es ist erschreckend, wie sich diese Region ausdünnt.“ Das Thema griff Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich auf: „Wir brauchen Personal für große Betriebe.“ Qualifizierte Zuwanderung sei das Stichwort. Um die immer größeren Maschinen für den Ackerbau bedienen zu können, benötigten die Landwirte geschultes Personal, das knapp werde. Also auch aus dem Ausland.

„Die Landwirtschaft muss für Veränderungen bereit sein“, mahnte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf an. Die Bauern seien verstärkt aufgefordert, Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz zu berücksichtigen. „Es ist schon Bewegung drin“, lobte er das Engagement der Landwirte, vor allem zugunsten des Tierwohls. Karsten Schmal ergänzte, dass dafür entscheidend sei, was der Verbraucher für landwirtschaftliche Produkte wie Milcherzeugnisse und Fleisch zu zahlen bereit sei. Die Redner waren sich darin einig, wie Schmal es formulierte: „Wir müssen nachhaltig arbeiten - über Generationen hinweg.“

Der Neujahrsempfang der Kreisbauernverbände Waldeck und Frankenberg soll künftig immer im Wechsel im Süden und im Norden des Landkreises stattfinden.

Dr. Günther Lißmann vom Regierungspräsidium Kassel referierte beim Neujahrsempfang zum Thema „Ressourcen-Verbrauch auf endlicher Erde“. Darüber lesen Sie in der gedruckten Sonntagszeitung der HNA-Lokalausgabe.

Von Stefanie Rösner

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