Hilfe für die Friedenshelfer: Verein braucht dringend Geld

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Hofft auf Unterstützer: Ralf Becker vom Verein „gewaltfrei handeln“ mit der Broschüre zum 20-jährigen Bestehen. Foto: 

Wethen. Seit 22 Jahren setzt sich der Verein „gewaltfrei handeln" für Frieden in der Welt ein - jetzt braucht der Verein selbst engagierte Mitmenschen und Organisationen, die sich für ihn einsetzen. Denn allein für dieses Jahr fehlen noch 42.000 Euro, um die Arbeit nicht einschränken zu müssen.

„Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Ralf Becker, beim Verein für das Fundraising und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Tatkräftig unterstützt wird „gewaltfrei handeln“ seit Jahren von der Evangelischen Kirche in Deutschland. An die Inflation angepasst seien diese Zuwendungen aber nicht, in den vergangenen Jahren sei also de facto weniger von der Kirche gekommen, sagt Ralf Becker. Durch die Finanzkrise sei außerdem ein Großspender verloren gegangen, auch die Spenden von Privatleuten kommen spärlicher. 35.000 Euro an Spenden waren für dieses Jahr eingeplant - 11.000 Euro sind bisher auf dem Konto des Vereins eingegangen. „Die Finanzierung ist insgesamt unsicher.“

Becker weiß, dass auch die Kirchen Gelder einsparen müssen. Trotzdem hat er sich jetzt in einem Schreiben an die Katholische Kirche gewandt. Und auch aus der Bevölkerung hofft er nun auf finanzielle Unterstützung. Dass Staaten viel für Militär ausgeben, aber kaum etwas für die zivile Friedensarbeit, macht ihn wütend. Am Anfang der Woche fand eine Vorstandssitzung des bundesweit tätigen Vereins statt. Auch dort ging es um die mangelnde Unterstützung. Dabei entschieden die Verantwortlichen, an die Öffentlichkeit zu appellieren. „Jeder kann etwas tun“, sagt Becker. „Schon zehn Euro im Jahr geben uns etwas mehr Planungssicherheit.“

Aufwändige Organisation 

Der Großteil des Haushalts wird für Personalkosten aufgewendet - obwohl die Zahl der Stellen in den vergangenen Jahren bereits zurückgeschraubt wurde. 3,3 Stellen gibt es derzeit.

Die Finanzreferentin beispielsweise, die eine halbe Stelle hat, verbringt mittlerweile einen Großteil der Zeit damit, Anträge für Förderungen und Zuschüsse auszufüllen. „Die Anträge müssen immer ausführlicher werden, die Anforderungen im Bildungsbereich sind gewachsen“, sagt Becker.

Ein Grund für die hohen Personalkosten ist die aufwändige Organisation der Kurse, Workshops und Fortbildungen. Allein von Januar 2013 bis September 2014 gab es mehr als 100 Kurse, sagt Becker. Diese finden beispielsweise im benachbarten Germete statt oder in Köln. Und wer sich die Ausbildung beispielsweise zur Friedensfachkraft nicht leisten kann, wird vom Verein „gewaltfrei handeln“ unterstützt.

Was die Arbeit der Friedensfachkräfte ist und wo sie eingesetzt werden, lesen Sie am Samstag in der gedruckten Ausgabe der Waldeckischen Allgemeinen.

Wer die Arbeit des Vereins „gewaltfrei handeln“ finanziell unterstützen möchte, kann dies über eine Spende oder auch eine Zustiftung machen. Spenden an die GLS Gemeinschaftsbank, Konto-Nr.: 6 021 295 300, BLZ: 430 609 67. Die Stiftung Schalomdiakonat hat die Konto-Nummer 38377 beim Bankhaus Carl F. Plump & Co. in Bremen, Bankleitzahl 290 304 00. Weitere Infos zum Verein und der Arbeit gibt es im Internet auf www.gewaltfreihandeln.org, auf Facebook unter facebook.com/gewaltfreihandeln.

Von Julia Renner

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