„Hinhören und hinsehen“: Schwester Myriam engagiert sich in Indien

Kontakte knüpfen: Schwester Myriam ist häufig schon mit dem Rikscha-Fahrer Shiva (links) unterwegs gewesen, nun lernte sie seine ganze Familie kennen. Foto:  nh

Wethen. Immer wieder zieht es Schwester Myriam vom Laurentiuskonvent Wethen nach Indien. Derzeit ist sie wieder für einige Monate auf dem Subkontinent - und das bereits zum achten Mal. Dort engagiert sie sich in vielen Projekten.

Durch die Missionare des hl. Franz von Sales (MSFS) ist Schwester Myriam zunächst nach Indien gekommen, später auch durch den Internationalen Versöhnungsbund. „Ich bin hier, um da zu sein, hinzuhören und hinzusehen“, schreibt sie in einer E-Mail. Eine ihrer Hauptaufgaben ist Networking. Sie bringt Menschen zusammen, die sich gegenseitig helfen können. So hat sie sich beispielsweise bei einem Kinderhort des MSFS in Bangalore engagiert, der eine Pädagogin als freiwillige Helferin suchte. Schwester Myriam stellte den Kontakt zu den Franziskanerinnen aus Salzkotten im Kreis Paderborn her.

Engen Kontakt hält Myriam auch zu einer Ordensschwester in Mysore in Südindien. Die junge Frau gründete eine Abendschule für Kinder des Slums. Eine Schweizamerikanerin, die sich in Indien engagieren wollte, vermittelte Schwester Myriam an die Abendschule. „Sie hat dort die Ausbildung mehrerer Mädchen übernommen. Eine von ihnen ist mittlerweile Ingenieurin, andere sind Krankenschwestern geworden.“

Durch die Unterstützung der Wethenerin konnte von der Ordensschwester auch eine Ausbildungsstätte für junge mittellose Frauen eröffnet werden. Dort lernen sie Nähen, Arbeiten mit dem Computer und Buchhaltung. Gern gibt Schwester Myriam auch Deutschunterricht. Ein Priester, der aus dem südlichen Indien stammt, lernte die Sprache bei ihr, der Kontakt blieb bestehen. Mittlerweile leitet der Priester ein Jungeninternat, das Schwester Myriam schon besucht hat. „Ungefähr sechs Cent stehen dem Priester für eine Mahlzeit für einen Jungen zur Verfügung“, schreibt Schwester Myriam. Das habe sie sehr lange beschäftigt. Sie fing an, Geld zu sammeln, wollte davon Sojafleisch oder Fisch kaufen, doch der Priester habe einen anderen Wunsch gehabt: einen Stromspeicher. Solange es Strom gibt, lädt er sich damit auf. So können die Jungs im Internat ihre Aufgaben machen, ohne sich um Stromausfälle kümmern zu müssen.

Zusammen mit einem Pater organisiert sie auch regelmäßig Reisen unter dem Motto „Indien von Mensch zu Mensch“. Mehrere Projekte besuchen Schwester Myriam und der Pater stets mit den Besuchern aus Deutschland oder der Schweiz, bringen ihnen außerdem Land und Leute näher und verschiedene Weltreligionen.

Das Land sei faszinierend, schreibt sie über ihre Aufenthalte in Indien. Immer wieder entdecke sie bei ihren Reisen Neues und Unerwartetes. Noch bis Dezember wird sie in Indien bleiben und Unterstützung bei vielen Projekten leisten. Wer ihre Reise verfolgen will: http://schwestermyriam.wordpress.com.

Von Julia Renner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.