Alte Feuerstellen sollen aus Haushalten verbannt werden

Für Holzöfen gelten ab 2015 neue Grenzwerte

Waldeck-Frankenberg. Private Kamin- und Einzelöfen, die mit Holz und Kohle betrieben werden, sind ins Visier des Umweltbundesamtes geraten. Experten zufolge stoßen die Anlagen teilweise mehr Schadstoffe aus als der Straßenverkehr. Deshalb sollen sie jetzt verboten werden.

Schrittweise sollen ab 2015 durch strengere Grenzwerte schadstoffintensive Einzelfeuerstätten wie Kaminöfen verboten werden.

Bis Ende 2015 müssen alle „Kleinfeuerungsanlagen“ erfasst sein. Schon zum 1. Januar 2015 tritt Stufe 2 in Kraft. Dann darf der Feinstaub-Ausstoß nur noch bei 40 Milligramm pro Kubikmeter liegen. Derzeit sind es zwischen 75 und 150 Milligramm. Auch beim Kohlendioxidausstoß gibt es neue Grenzwerte: Mehr als 1,25 Gramm sind ab Januar 2015 nicht mehr erlaubt. Für Besitzer von Kaminöfen bedeutet das: nachrüsten oder neu kaufen.

In Waldeck-Frankenberg müssten etwa zehn bis 15 Prozent der Feuerstellen ausgewechselt oder mit teuren Feinstaubfiltern nachgerüstet werden, sagt Schornsteinfegermeister Harald Stehl aus Gemünden als Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes. Der Filter koste mit Montage rund 2500 Euro. Für das Geld bekomme man auch einen neuen Ofen mit höherem Wirkungsgrad. Maßgeblich für den Zeitpunkt der Außerbetriebnahme ist das Datum der Errichtung: Öfen, die vor 1975 gebaut wurden, müssen bis Ende 2015 erneuert werden. Jüngere Öfen folgen in den nächsten Jahren. Welche betroffen sind, überprüfen die Schornsteinfeger bei der „Feuerstättenschau“, die sie zwei Mal innerhalb von sieben Jahren in Privathaushalten durchführen. Mit Holz befeuerte Küchenherde seien davon nicht betroffen. Laut Harald Stehl ist das Gesetz dafür zwar da, es gebe aber noch keine Verordnung zur Umsetzung. „Das Thema wird im Bund-Länder-Ausschuss verhandelt. Dort klärt sich auch, ob es Ausnahmen gibt.“ Die Kunden würden durch die Schornsteinfeger informiert. (jpa)

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