Immer weniger Ackerland steht den Bauern bereit

Waldeck-Frankenberg. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Landkreis Waldeck-Frankenberg werden jedes Jahr weniger.

Innerhalb von 20 Jahren verringerte sich das Ackerland um mehr als 2000 Hektar.

Auf der anderen Seite nahmen die Flächen für Siedlungen und Verkehr in fast dem gleichen Maße zu. Das geht aus Zahlen des Regierungspräsidiums Kassel hervor.

Dr. Günther Lißmann, der Leiter des Dezernats Landwirtschaft beim RP, hat diese Entwicklung beim Neujahrsempfang der Kreisbauernverbände vorgestellt. Er sieht den Landverbrauch als bedrohlich an. Er fordert, dass landwirtschaftliche Flächen gesetzlich geschützt werden müssten. Nur so könnten Bauern hierzulande weiterhin Lebensmittel herstellen, Bioenergie erzeugen, die Selbstversorgung sichern und Biodiversität schaffen. Während die Weltbevölkerung rasant ansteige, verbrauche jeder Mensch immer mehr Ressourcen. Dazu zählen laut Günther Lißmann Bodenschätze, die sich nicht erneuern. Immer mehr Menschen stünde immer weniger Ackerboden gegenüber: „Diese Schere ist absolut schockierend“, sagte der Referent.

2015 sei das internationale Jahr des Bodens. Auch das müsse ein Anlass für die Bundesregierung sein, Gesetze zum Schutz der Flächen zu erlassen. In Waldeck-Frankenberg müsse ebenso wie in den Nachbar-Kreisen genau darauf geachtet werden, welche Flächen etwa für Umgehungsstraßen und Gewerbeflächen genutzt würden. Auch zum Beispiel beim Flughafen Kassel-Calden seien die „besten Ackerflächen“ bebaut worden. Lißmann nannte zudem das Gewerbegebiet in Volkmarsen als Beispiel für „Ressourcenverbrauch“. Er kritisierte, dass der Preis für Ackerland „spottbillig“ sei und in keinem Verhältnis zu den Erträgen stünde, die die Wirtschaft auf dem gekauften Land erreiche. Die Aussagen stießen bei der Veranstaltung auch auf Kritik.

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Von Stefanie Rösner

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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