Immobiliendeal: Plus oder Minus, das bleibt hier die Frage

Viele Akten: Hier ist nur ein Teil der Ordner zu sehen, die dem Akteneinsicht-Ausschuss zur Sichtung vorliegen. Foto: Müller

Waldeck-Frankenberg. Hat der Kreis bei den Immobiliengeschäften unter Ex-Landrat Eichenlaub unterm Strich verdient oder Verlust gemacht? Daran scheiden sich die Geister.

Zumindest so viel ist klar: Der Landkreis hat beim so genannten Sale-and-Lease-Back geschäft vor gut zehn Jahren einen erklecklichen Barwertvorteil erzielt. Und: Er hat im Dezember 2014 - unter Vorbehalt bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung - einen ebenfalls erklecklichen Betrag an Grundsteuern und Zinsen dafür gezahlt.

Doch war dieses Steuerspar-Geschäft, bei dem der Kreis unter dem damaligen Landrat Helmut Eichenlaub seine Gebäude erst an eine Kreis-Immobiliengesellschaft, hinter der verschiedene Investoren standen, verkauft und dann zurückgemietet hat, am Ende nun ein Gewinn oder ein Verlust für den Kreis?

An dieser Frage schieden sich in der jüngsten Sitzung des kteneinsichts-Ausschusses, der die Vorgänge um die Geschäfte beleuchtet, die Geister. Nach jetzigem Stand sei vom damaligen Barwertvorteil „noch etwas über“, erklärte der Erste Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf. Er stellte im Ausschuss die Posten von Einnahmen und Ausgaben für den Landkreis wiefolgt gegenüber:

Die Plus-Seite:

• Ein Barwertvorteil von 6,585 Mio. Euro.

• Das Geld konnte direkt für den Schulbau eingesetzt werden, das sparte Kreditzinsen in Höhe von 4,69 Mio. Euro.

Die Minus-Seite:

• Grundsteuer in Höhe von 5,569 Mio. Euro.

• Stundungszinsen dafür von 1,2 Mio. Euro.

• Wertgutachten: 90 500 Euro

• Beratungskosten: 74800 Euro.

• Sitzungsgeld: 4400 Euro.

Bliebe unterm Strich ein Plus von 4,34 Mio. Euro. Doch ob alle Posten in die Rechung so hineingehören, stellte etwa Reinhard Kahl (SPD) in Frage. Die gesparten Kreditzinsen könne man nicht hineinrechnen, meinte er - und dann sehe es schon ganz anders aus.

Wie der Ausschuss weiter vorgehen will, lesen Sie in den gedruckten Mittwochsausgaben der HNA in Waldeck-Frankenberg

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