Keine Geburten mehr an Arolser Klinik: Abteilung schließt Ende des Jahres

Bad Arolsen. Das Bad Arolser Krankenhaus muss Ende dieses Jahres die geburtshilfliche Abteilung aufgeben. Gründe sind unter anderem die rückläufigen Geburtenzahlen, die stark gestiegenen Versicherungsprämien in der Geburtshilfe sowie die dadurch bedingte Kündigung der Geburtshilfeverträge durch die Belegärzte.

So heißt es von Seiten der Gesundheit Nordhessen Holding. Die Geburtenzahlen in Deutschland sind seit Jahren rückläufig. Im Krankenhaus Bad Arolsen macht sich die Entwicklung ganz deutlich bemerkbar. Von 1999 bis 2009 sank die Zahl der Geburten von 267 auf zuletzt rund 155 Entbindungen pro Jahr. „Wir haben diese Entwicklung mit Sorge beobachtet“, sagt Krankenpflegedirektor Helmut Zeilfelder. Mehrere Gründe hätten schließlich zu der Entscheidung geführt, die allen Beteiligten sehr schwer gefallen sei.

Auslöser war die starke Erhöhung der Versicherungsprämien für Hebammen und Ärzte im Sommer. Die gynäkologischen Belegärzte Dr. H.-Achim Herting und Dr. Ulrich Streich entschlossen sich daraufhin, ihre Geburtshilfeverträge mit dem Krankenhaus zum Ende des Jahres zu kündigen, so dass keine Entbindungen mehr angeboten werden können. Ihre sonstigen gynäkologischen Eingriffe führen sie wie bisher fort, ebenso wie die Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden.

„Angesichts der Schwierigkeiten, junge Ärzte für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen, sehen wir keine Chancen, Nachfolger für die Geburtshilfe zu finden“, so der Ärztliche Direktor Walter Knüppel. Auch die Suche nach qualifizierten Hebammen habe sich in der Vergangenheit immer schwieriger gestaltet, da auch sie hohe Versicherungsprämien aufbringen müssen.

Drei fest angestellten Hebammen des Krankenhauses werden andere Stellen in Bad Arolsen oder innerhalb der Gesundheit Nordhessen angeboten, eine vierte geht in Ruhestand.

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