Mit Vorurteilen behaftete Vornamen sind in der Hansestadt besonders häufig

Kevin ist in Korbach nicht allein zu Haus

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Auslöser der „Kevin-Katastrophe“: Der Spielfilm „Kevin – allein zu Haus“ mit Kinderstar Macaulay Culkin kam 1990 in die Kinos und machte den Vornamen über viele Jahre populär.

Korbach. Kevin, Chantal und „Schakkeline“ sind in Korbach nicht allein zu Hause: In der Rangliste der „Kevinismus-Hauptstädte“ belegt die Hansestadt Platz 4.

Der Vornamensanalytiker Knud Bielefeld hat anhand von Geburtsstatistiken untersucht, wo in Deutschland es die meisten mit Vorurteilen behafteten Vornamen gibt. Die Nase ganz vorne hat übrigens Goslar in Niedersachsen. „Der Hauptverantwortliche für Korbachs prominenten Tabellenplatz ist Luca. Dieser Name wurde 2016 dort sehr häufig vergeben und hat eine recht hohe Kevinwahrscheinlichkeit“, sagt Bielefeld. 

Hinter dem Begriff steckt ein wissenschaftlich bestätigtes Phänomen: Mandy, Peggy, Justin, Kevin – wer diese Namen hört, denkt: Alles klar, die Kinder kommen aus der Unterschicht. Auslöser ist der 1990 in die Kinos gekommene Spielfilm „Kevin – allein zu Haus“. Seit dem war Kevin einer der beliebtesten Jungen-Vornamen in Deutschland – bis in die 2000er Jahre hinein. 

Kevins jedoch waren vor allem bei Eltern unterer Schichten verbreitet, weniger in der Mittelschicht. Dies machte den Namen Kevin zum Inbegriff des Unterschichten-Jungen; asozial, verhaltensauffällig und aggressiv. „Unter Lehrern hieß es: Kevin ist keine Name, sondern eine Diagnose“, sagt Bielefeld. Bestimmte Vornamen seien stärker als andere mit Vorurteilen behaftet, sagt Bielefeld. 

Welche Vornamen stärker als andere mit Vorurteilen behaftet sind, lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 25. Januar 2017.

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